Auch in Stuttgart gibt es kaum noch Bus- und Bahnfahrgäste. (Symbolbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Viele Menschen meiden derzeit Busse und Bahnen, weil sie Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben. Wie gehen die Unternehmen mit sinkenden Fahrgastzahlen und stornierten Tickets um?

Stuttgart - Viele Baden-Württemberger fahren wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht mit Bus und Bahn - einige Verkehrsbetriebe haben deshalb angekündigt, ihren Abo-Kunden entgegenzukommen. Man suche „derzeit eine Lösung für Fahrgäste, die wegen Homeoffice oder abgesagter Veranstaltungen ihre Tickets oder Abonnements nicht mehr nutzen können“, sagte eine Sprecherin der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Auch Freiburger Kunden würden bei Abo-Kündigungen kulant behandelt, sagte ein Sprecher der Freiburger Verkehrs AG. Bei Jahreskarten könnten die noch nicht angebrochenen Monatsanteile zurückgegeben werden und man bekomme sie erstattet. In Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe sind derzeit zudem keine Fahrpreiserhöhungen angedacht.

Das Abo in Karlsruhe früher auszusetzen, sei grundsätzlich nicht möglich - doch in Corona-Zeiten lasse man mit sich reden, sagte ein Sprecher des Karlsruher Verkehrsverbunds. „Der KVV geht mit individuellen Anfragen zur Handhabung der jeweiligen Kündigungsfrist aber sehr kulant um.“

Zahl der gekauften Fahrscheine bricht ein

Im Großraum Stuttgart werden die Bahnen derzeit nur noch von gut einem Viertel der Bürger genutzt. „Der Gelegenheitsverkehr ist ziemlich eingebrochen. Es gibt in diesem Bereich fast keine Einnahmen mehr“, sagte eine Sprecherin des Verkehrs- und Tarifverbunds (VVS). Die Fahrgastzahlen in den Bussen und Bahnen im Stadtverkehr Freiburg sind um etwa 70 Prozent zurückgegangen, wie der Sprecher der Freiburger Verkehrs AG mitteilte.

Im Vergleich zum März 2019 ist bei den Stuttgarter Straßenbahnen die Zahl der einzeln gekauften Fahrscheinen um die Hälfte eingebrochen, wie eine SSB-Sprecherin sagte. Die Nachfrage nach Wochen-Tickets sei ebenfalls um die Hälfte und jene nach monatlichen Fahrscheinen um 30 Prozent gesunken.

Zahlen zum Fahrkartenverkauf in Karlsruhe werden erst für die zweite April-Hälfte erwartet. „Ab Mitte März dürfte sich die rasante Entwicklung der Corona-Pandemie sicher auch auf die Entwicklung der Fahrgeldeinnahmen ausgewirkt haben“, teilte der KVV-Sprecher mit.

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