Noch ist unklar, ob eine Coronainfektion zur Immunität führt. (Symbolbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Ist man immun gegen das Coronavirus, wenn man schon mal infiziert war? Die Frage der Wiederansteckung beschäftigt Forscher. Ein jüngster Fall zeigt, dass eine zweite Infektion möglich ist.

London - In der Fachwelt haben seltene Fälle einer zweiten Corona-Infektion Fragen über die Immunität gegen das Virus ausgelöst. Grundlage der Debatte in den USA ist ein 25-Jähriger aus Reno in Nevada, der im April positiv gestestet wurde und dabei milde Symptome zeigte. Ende Mai wurde das Virus noch einmal bei ihm nachgewiesen, diesmal mit einem schwereren Krankheitsbild, geht aus einem Beitrag des Fachjournals „Lancet Infectious Diseases“ hervor. Mediziner in Nevada haben die Coronaviren bei den zwei Erkrankungen des Mannes mit sehr aufwendigen Methoden verglichen und festgestellt, dass sie sich genetisch unterscheiden.

„Es wird immer klarer, dass Wiederansteckungen möglich sind, aber wir können noch nicht sagen, wie häufig das vorkommen wird“, sagte der Mikrobiologe Simon Clarke von der britischen Universität Reading. Sollten sich Menschen leicht wieder anstecken können, werde dies Auswirkungen auf Impfprogramme haben und Prognosen, wie lange die Pandemie andauert. Der Medizin-Professor Paul Hunter von der britischen Universität East Anglia sagte, diese Erkenntnisse zeigten, dass man noch zu wenig über die Immun-Reaktion auf das Virus wisse.

Der Impfexperte Brendan Wren von der London School of Hygiene & Tropical Medicine erklärte, der Fall in Nevada sei weltweit die fünfte dokumentierte Wiederansteckung. Zwar zeige dies, dass ein Impfstoff keinen hundertprozentigen Schutz garantieren könne. „Aber angesichts von 40 Millionen Infizierten weltweit, sind die Fälle einer Wiederansteckung verschwindend gering, und sollte die Bemühungen um die Entwicklung von Impfstoffen nicht einschränken.“

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