Vor dem Kriminalgericht Moabit wirkt die Justitia bedrohlich. Foto: dpa

Politiker machen für ihre Maßnahmen Werbung, Gerichte müssen diese auf ihre Wahrhaftigkeit hin abklopfen. Das birgt in Zeiten der pandemischen Hysterie Gefahren, kommentiert Christian Gottschalk.

Stuttgart - Niemand weiß, wie viele Gerichtsverfahren sich derzeit mit Corona und den Folgen beschäftigen. Es sind Tausende, mindestens. 51 Verwaltungsgerichte in der Republik kämpfen sich durch die Corona-Verordnungen, in 688 Amtsgerichten gehen Menschen gegen Bußgeldbescheide vor, die sie in Verbindung mit dem Virus bekommen haben. Strafgerichte befassen sich mit Fällen von absichtlichem Anhusten, Arbeitsgerichte mit Kündigungen, in denen die Pandemie eine Rolle spielt. Allein bei dieser schieren Masse ist es nahezu unausweichbar, dass die Urteile nicht alle der gleichen Linie folgen, sondern dass sich die Entscheidungen auch mal widersprechen.

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