Einer der wenigen Kunden, die bei Aldi noch einen Schnelltest ergattern konnten. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Aldi bietet erstmals Corona-Selbsttests an. Wer allerdings eine Packung am Samstagmorgen ergattern wollte, musste früh aufstehen. Das begrenzte Kontingent war in Stuttgart binnen Minuten ausverkauft.

Stuttgart - Samstagmorgen um kurz nach Sieben. Ein Herr sitzt allein in seinem Auto und wartet. Ansonsten ist der Parkplatz vor der Aldi-Filiale in Feuerbach leer. Er habe mit einem größeren Ansturm wegen der Corona-Selbsttests gerechnet, die der Discounter erstmals anbiete, verrät der Fahrzeughalter. Massen stehen auch nicht vor den Ladentüren, als sich an der Stuttgarter Straße die Türen öffnen. Immerhin: Ein gutes Dutzend Kunden wartet darauf, ein Nasenabstrich-Set zu ergattern.

„Ich wohne praktisch um die Ecke“, sagt Raphael (31), da dachte ich, ich nutze die Chance und schaue gleich mal vorbei.“ Er verspricht sich ein gewisses Gefühl von Sicherheit von der Anschaffung: „Wenn jemand im engeren Bekanntenkreis positiv auf Corona getestet würde oder wenn ich den Eindruck hätte, selbst Symptome einer Infektion zu haben, dann könnte ich mir schnell und unkompliziert Gewissheit verschaffen.“

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Bei Aldi ist man stolz darauf, die Sets schneller als manche Konkurrenten im Sortiment zu haben. „Die Tests, die wir im Aktionssortiment anbieten, stammen aus deutscher Produktion und haben entsprechend kürzere Lieferwege als Produkte, die beispielsweise in Asien gefertigt werden“, sagt Tobias Neuhaus, Pressesprecher bei Aldi-Süd. Derzeit seien Selbsttests für die Anwendung zu Hause am Markt dennoch nur begrenzt verfügbar. Daher habe man die Abgabemenge zunächst auf eine Packung mit Abstrichtupfern pro Kunde beschränken müssen. 25 Euro kostet eine Packung.

Auch der Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka wollen bald mit dem Verkauf beginnen. Die Drogeriemarkt-Ketten Rossmann und DM planen den Start für Dienstag. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.

Keine Viertelstunde nach Ladenöffnung ist der Korb leer

An der Stuttgarter Straße liegen zunächst zwanzig der begehrten Fünferpacks bereit. Keine Viertelstunde nach Ladenöffnung ist der Korb leer. „Sie können einen Bon kaufen und bekommen die Ware dann geliefert, erklärt die Kassiererin einer Kundin, die nur noch zusehen konnte, wie der letzte Test-Satz verkauft wurde. Das könne zwei bis drei Tage dauern. Im Laden werde man kommende Woche „immer mal wieder etwas reinbekommen.“

„Wir möchten möglichst viele Menschen durch die Bereitstellung von Selbsttests unterstützen und freuen uns, dass wir bereits am Samstag damit beginnen konnten“, so Neuhaus. „Gleichzeitig wissen wir, dass der Bedarf hoch ist und wir ihn nur gemeinsam mit anderen schrittweise bedienen können.“

„Ich bin froh, dass ich noch eine Schachtel bekommen habe“, stellt eine Dame mittleren Alters fest und verstaut ihren Einkauf. Die Tests seien günstig und es sei praktisch, sie zur Hand zu haben. „Ich bin bereits geimpft. Aber ich möchte auf Nummer Sicher gehen“, gibt sie zu verstehen. Was sie im Fall eines positiven Testergebnisses tun würde? „Beim Hausarzt anrufen und alle Regeln einhalten, um niemanden zu gefährden.“

Maren (23) hat sich für den Bon-Erwerb entschieden. „Ich hatte eigentlich gedacht, dass es schon heute etwas mehr Tests geben wird“, räumt sie ein. Ein bisschen enttäuscht ist sie, zeigt aber andererseits Verständnis für die Situation: „Angesichts der vielen Aldi-Filialen, die es gibt, war es wahrscheinlich nicht anders möglich. Und wenigstens habe ich die Tests dann nächste Woche ganz sicher.“

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