Franziska Giffey ist – wie viele Minister – in den Ferien in Deutschland geblieben. Foto: dpa/Markus Schreiber

Die Corona-Pandemie hat die Sommerurlaubspläne vieler Menschen durchkreuzt. Auch die deutschen Bundesminister bleiben in diesem Jahr während ihrer Sommerpause häufig in der näheren Umgebung – nur wenige zieht es ins Ausland.

Berlin - Statt Fern- und Flugreisen stehen bei den meisten Menschen Ferien auf dem Balkon oder zumindest innerhalb des eigenen Landes auf dem Programm. Viele Bundesminister und auch die Kanzlerin scheinen ebenfalls die heimischen Gefilde vorzuziehen. Wegen der Sommerpause im politischen Berlin findet in dieser Woche auch keine Kabinettssitzung statt.

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Statt wie sonst nach Sulden in Südtirol zu fahren, bleibt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) coronabedingt diesen Sommer in Deutschland. Im Juni hatte sie im ZDF auf die Frage nach ihrem Sommerurlaubsziel vage mit „Deutschland“ geantwortet. Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) postete vor einigen Tagen über Instagram ein Foto, das sie an einem Ostseestrand zeigt, inzwischen saß sie aber auch schon wieder am Kabinettstisch.

Spahn wird von Söder überzeugt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte ebenfalls bereits frühzeitig angekündigt, seinen Sommerurlaub in diesem Jahr innerhalb Deutschlands zu verbringen. Der Zeitung „Augsburger Allgemeine“ sagte er sogar, von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) überzeugt worden zu sein, seine Ferien in Bayern zu verbringen. Spahn machte dieses Jahr gemeinsam mit seinem Mann Urlaub am Tegernsee, wie er auf Instagram schrieb.

Gleich tut es ihm Unionskollege Horst Seehofer (CSU). Der Bundesinnenminister verbringt seinen Urlaub aber nicht nur aufgrund der Corona-Krise zu Hause in Bayern. „Ich fahre seit 25 Jahren nicht in den Urlaub, sondern bleibe zu Hause in meiner Heimat“, sagte der CSU-Politiker kürzlich bei einem öffentlichen Auftritt in Berlin. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bleiben nach Medienberichten in diesem Jahr ebenfalls daheim.

Nur wenige fahren ins Ausland

Ein paar Minister trauen sich aber - trotz Corona-Pandemie - ins Ausland. So verbringt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) seinen Sommerurlaub beispielsweise in Norditalien, wie sein Ministerium der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte. Diese Region war im Frühjahr besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen gewesen. Wobei sich die Lage dort nach Angaben des Auswärtigen Amtes inzwischen verbessert hat. Nicht weit von Heil verbrachte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) ihren Urlaub. Gemeinsam mit ihrem Mann war sie zum Wandern in Südtirol, ist aber inzwischen schon an ihren Schreibtisch zurückgekehrt.

Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zieht es ein wenig weiter in den Süden Europas. Klöckner und ihr Ehemann fahren nach Angaben des Ministeriums in ihrem Sommerurlaub zu Freunden nach Frankreich. Für Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) geht es in die Niederlande - wenn dies coronabedingt möglich ist, so eine Sprecherin seines Ministeriums.

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