Im Südwesten gab es im ersten Halbjahr deutlich weniger Unfälle als zuletzt. Foto: picture alliance dpa//Patrick Seeger

Während der Corona-Pandemie sind viele Menschen zu Hause geblieben. Für die Situation auf den Straßen hatte das Vorteile. Es gibt deutlich weniger Unfälle – mit einer Ausnahme.

Stuttgart - Die Zahl der Unfälle auf den Straßen im Südwesten ist im ersten Halbjahr wegen der Corona-Pandemie stark zurückgegangen. „So niedrige Zahlen hatten wir seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953 nicht“, wurde Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Donnerstag in einer Mitteilung zitiert. Vor allem während der Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie war auf den Straßen zwischen Main und Bodensee deutlich weniger los.

Die Zahl der Verkehrsunfälle, die zwischen Januar und Juli passierten, sank im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf rund 126 200. Die Zahl der Unfalltoten ging um 31,8 Prozent auf 146 Menschen zurück. Häufigste Ursache der tödlichen Unfälle sei zu schnelles Fahren. Danach folgen der Statistik zufolge Verstöße gegen Vorfahrtsregeln sowie mangelnde Verkehrstüchtigkeit des Fahrers.

Mehr Fahrradunfälle

Die Zahl der Unfälle mit Motorrädern sank um 6,8 Prozent, die mit Autos, Lastwagen und auch von Fußgängern verringerten sich jeweils um mehr als 20 Prozent.

Einzig die Zahl der Fahrradunfälle stieg der Statistik zufolge um 7,4 Prozent auf rund 5400 Fälle - die Zahl der Menschen, die dabei starben, sank dafür wiederum.

E-Räder besonders betroffen

Der Anstieg ist laut Innenministerium überwiegend auf Unfälle mit Elektrofahrrädern zurückzuführen. Inzwischen sei bei fast jedem vierten Radunfall ein elektronisch betriebenes Rad beteiligt.

„Die Menschen fahren immer mehr Elektrofahrräder“, teilte Strobl mit. Das schlage sich mittlerweile auch ganz klar in der Unfalllage nieder. „Um dem negativen Trend in der Unfallbilanz entschlossen entgegenzuwirken, werden wir im kommenden Jahr einen landesweiten Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Fahrradunfälle setzen.“

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