Aktuell gilt in der Gastronomie die 2G-Regel. Bald soll sich dies ändern. Foto: /Robert Korell

Wie sehen Esslingerinnen und Esslinger die anstehenden Lockerungen bei den bestehenden Corona-Regelungen? Unsere Zeitung hat am Tag der Ministerpräsidentenkonferenz nachgefragt.

Esslingen - Am 20. März sollen außer Masken- und Abstandspflicht nahezu alle Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wegfallen – so sieht es eine Beschlussvorlage vor, die am Mittwoch bei der Bund-Länder-Konferenz diskutiert wurde. Grund für die geplanten Öffnungsschritte sind Expertenmeinungen, die wegen der häufig milderen Verläufe der Omikron-Variante vorsichtige und schrittweise Öffnungen für möglich halten. Unsere Zeitung hat in der Stadt nachgefragt, wie die Lockerungen gesehen werden.

Gastronomie freut sich auf mehr Gäste

Der Gastronom Markus Hahn freut sich über jede Erleichterung, wie er sagt. Er ist Inhaber des auf Maultaschen spezialisierten Restaurants Mattis am Hafenmarkt. „Für mein relativ kleines Restaurant mit bis zu 30 Gästen im Innenraum stellen die Nachweiskontrollen keine so große Herausforderung dar, wie vielleicht bei einem Lokal mit bis zu 300 Gästen“, sagt Hahn. Dennoch freut er sich auf den Frühlingsanfang – nicht nur wegen dann gelockerten Maßnahmen. So hofft er wegen des besseren Wetters auf mehr Gäste, ab März gilt die Konzession auch für den Außenbereich. Trotz aller Einschränkungen war das Mattis in den beiden vergangenen Corona-Jahren immer geöffnet, sagt der Gastronom. Das sei zwar aufwendig gewesen, aber Hahn ist dennoch überzeugt davon, die richtige Entscheidung damit getroffen zu haben, ständig Präsenz zu zeigen. Doch nicht überall in Esslingen sieht man das gleich: Manche Restaurants in Esslingen haben mit Verweis auf die geltenden Coronabeschränkungen bis Anfang März geschlossen.

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„Gerade als die Regeln sich gefühlt alle zwei Wochen geändert haben, war das Hinterherkommen auch für mich die größte Herausforderung “, gibt Markus Hahn zu.

Auch Noriko Kamimura aus Esslingen findet Lockerungen angemessen. „Es ist aber wichtig, dass schnell reagiert werden kann, wenn sich die Lage wieder verschlechtert“, sagt Kamimura.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann forderte, nach dem 20. März einen „Instrumentenkasten“, mit dem die Bundesländer, falls nötig, weiterhin Corona-Maßnahmen bestimmen können. Der 19. März steht im Infektionsschutzgesetz als Enddatum für Verordnungen mit den Corona-Beschränkungen. Für spätere Regelungen wäre eine Gesetzesänderung nötig, die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bereits in Aussicht gestellt wurde.

Passanten wünschen sich Vorsicht

Andere Passanten in Esslingen zeigen sich erleichtert über die Lockerungen. „Je schneller, desto besser“, ist sich beispielsweise ein Paar mittleren Alters einig. Mittlerweile seien so viele Personen geimpft oder genesen, dass das Virus bald einen ähnlichen Status wie die Grippe haben werde. „Auch bei der Grippe gibt es Varianten und Leute sterben daran, Corona sollte ähnlich behandelt werden.“ Jürgen Monter aus Weinstadt hat dagegen Bedenken: „Öffnungen ja, aber bitte mit Augenmaß“, sagt der 61-Jährige. Die Regelungen müssten stark von der jeweiligen Situation in den Krankenhäusern abhängen und stets kritisch bewertet werden.