Im Behördenzentrum in der Beblingerstraße werden wieder mehr Leistungen angeboten. Foto: Tom Weller/weller

Die Stadt Esslingen öffnet sich vorsichtig: Es sind wieder Besucher im Klinikum und in den Pflegeheimen zugelassen, der Bürgerservice ist ausgeweitet worden und der Nahverkehr läuft regulär.

Esslingen - Alles ist im Fluss: Wegen der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie stehen ständig Veränderungen ins Haus. Auch die Stadtverwaltung muss immer wieder auf neue Vorgaben und Verordnungen reagieren. In der Sitzung des Gemeinderats am Montag hat sie über die aktuelle Lage in der Stadt informiert. In vielen Bereichen werden die Vorgaben inzwischen wieder gelockert – aber auch das ist nur eine Momentaufnahme.

Infektionszahlen: Aktuell (Stand 17. Mai) sind für den Landkreis Esslingen 1774 Corona-Fälle gemeldet, 86 Prozent davon sind bereits wieder genesen, 105 Corona-Patienten sind gestorben. In der Stadt Esslingen sind bislang 281 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden.

Kontrollen: Neben der Polizei kontrollieren auch der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) und der Verkehrsordnungsdienst (VOD) die Einhaltung der Corona-Verordnung. Bis zum 12. Mai haben KOD und VOD 226 Personen wegen Verstößen gegen die Verordnung angezeigt, meist weil sich zu viele Personen versammelt hatten. 243 Menschen erhielten einen Platzverweis, in einem Fall wurde geahndet, dass die Maskenpflicht nicht eingehalten worden war. Bei 743 Personen wurde Quarantäne angeordnet, weil sie mit Corona infiziert waren oder Kontakt zu Infizierten hatten.

Bürgerservice: Das Behördenzentrum in der Beblingerstraße ist inzwischen weiter geöffnet worden. Zudem können die Bürger seit Kurzem auch für alle Anliegen, für die sie persönlich erscheinen müssen, online Termine ausmachen – sei es beim Bürgeramt, beim Ausländeramt, beim Standesamt oder bei der Bußgeldstelle. In den kommenden Tagen soll die Online-Terminvergabe auch für weitere Fachämter wie etwa die Stadtkämmerei möglich gemacht werden. Damit will man Warteschlangen vermeiden und so die Ansteckungsgefahr minimieren.

Klinikum: Im Esslinger Klinikum ist die Zahl der Corona-Patienten weiter rückläufig: Am Montag wurden hier noch zwei positiv getestete Patienten behandelt, die aber nicht intensivmedizinisch beatmet werden mussten. Die Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Infizierten werden nun reduziert und der Normalbetrieb schrittweise wieder aufgebaut. In den Ambulanzen sind inzwischen wieder 50 Prozent der ursprünglichen Zahl an Sprechstunden möglich, zudem können etwa 70 Prozent der geplanten Eingriffe in den OP-Sälen wieder stattfinden. Von heute an gelten im Klinikum neue Besuchsregeln. Bislang waren Besuche nur in Ausnahmefällen möglich – etwa nach der Geburt eines Kindes oder bei Personen in kritischem Zustand. Jetzt dürfen Patientinnen und Patienten zu festgelegten Zeiten einen Besucher pro Tag für eine Stunde empfangen. Die Besucher müssen sich am Eingang registrieren lassen.

Pflegeheime: Seit dem 18. Mai sind die Besuchsregeln für die städtischen Pflegeheime gelockert. Bis dato durften Besucher nur in Ausnahmen empfangen werden, nun sind auch reguläre Besuche wieder möglich – wenn auch mit starken Einschränkungen. So sind keine unangekündigten Treffen möglich, Termine müssen mindestens 24 Stunden vorher vereinbart werden. Pro Bewohner und Tag ist nur ein Besuch möglich, dieser darf höchstens 30 Minuten dauern. Besucher müssen sich am Empfang registrieren und während des gesamten Treffens eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Öffentlicher Nahverkehr: Inzwischen gilt in Esslingen – wie im gesamten Gebiet des VVS (Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart) – wieder der reguläre Fahrplan. Nur auf der Linie 109 gibt es Veränderungen: Die Fahrzeiten verschieben sich um wenige Minuten, zudem wird eine dritte Haltestelle in Uhlbach eingerichtet. Insgesamt hofft man nun auf mehr Fahrgäste: Die Zahl der Busnutzer in Esslingen wird auf nur 30 bis 40 Prozent im Vergleich zur Zeit vor Corona geschätzt.

Kitas und Schulen: Seit Montag gehen die Viertklässler wieder zur Schule, wenn auch in eingeschränktem Maße. Ebenfalls seit Montag dürfen die Kitas eine erweiterte Notbetreuung für bis zu 50 Prozent der Kinder anbieten. Allerdings sind hier noch viele Detailfragen ungeklärt. Die Stadt will diese Woche in Abstimmung mit den Einrichtungen und Elternvertretungen Kriterien erarbeiten, nach denen die Betreuungsplätze vergeben werden. Eine Grundschulbetreuung wird es – mit Ausnahme der Notbetreuung – bis mindestens 15. Juni nicht geben. Auch das Angebot regulärer Ferienprogramme in den Pfingstferien bleibt untersagt – Sozialarbeiter der Jugendhäuser planen aber ein digitales Angebot.

Gastronomie: Seit 18. Mai dürfen Lokale wieder öffnen. Die Stadt bietet den Wirten eine kostenfreie Ausweitung der Außengastronomie an, damit die nötigen Sicherheitsabstände besser eingehalten werden können. Es bedarf aber in jedem Fall einer Einzelgenehmigung.

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