In der Unterkunft Lindenäcker in Wernau sind mindestes 15 Personen infiziert. Foto: Roberto Bulgrin

In drei Unterkünften in Wernau und Wendlingen sind vermehrt Coronafälle aufgetaucht. In einem großen Wohnheim in Wernau wurde am Freitag eine Reihentestung veranlasst.

Wernau - In zwei Unterkünften in Wernau und einer weiteren in Wendlingen-Bodelshofen haben sich insgesamt mehr als 20 Asylbewerber mit dem Coronavirus infiziert. Am Freitagmorgen mussten sich alle 110 Bewohner der Unterkunft in den Wernauer Lindenäckern einer Reihenuntersuchung durch den Malteser-Hilfsdienst unterziehen. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die betroffenen Familien und Wohngruppen befinden sich in Quarantäne. Die anderen Bewohner würden ebenfalls auf ihren Zimmern bleiben, sagte Bürgermeister Armin Elbl. Sie würden sich vernünftig verhalten.

Unterkunft steht unter Quarantäne

Die Wendlinger Stadtverwaltung hat in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises die gesamte Unterkunft unter Quarantäne gestellt und gegen unbefugten Zutritt gesichert. Das hänge mit den Wohnverhältnissen in der Wendlinger Unterkunft zusammen, erklärte Andrea Wangner, die Sprecherin des Landratsamtes. Laut Stadtverwaltung waren am Freitagvormittag acht der 24 Bewohner infiziert.

Wohnheim im Fokus

In Wernau entwickelte sich das Infektionsgeschehen seit etwa zehn Tagen dynamisch. In einem Mehrfamilienhaus in der Friedrichstraße, in dem nicht nur Flüchtlinge wohnen, ist eine Familie betroffen. Im großen, vor wenigen Jahren gebauten Wohnheim in den Lindenäckern, beobachtet die Stadt das gehäufte Auftreten seit mehr als einer Woche. Am Montag wurden acht Fälle gezählt. Eine Reihentestung habe das Gesundheitsamt aber anfangs nicht für notwendig gehalten, sagte Elbl. Da die Bewohner aus unterschiedlichen Ländern kämen, sei der Kontakt zwischen ihnen nicht so eng.

Nachdem sich die Zahl der Infizierten im Lauf der Woche aber auf 15 erhöht hatte, wurde doch am Freitagmorgen der verpflichtende Test angeordnet. Die Malteser nahmen die Proben vor Ort, Bewohner mit Auto wurden ins Abstrichzentrum nach Nürtingen geschickt. Es wäre überraschend, wenn die Testung die Zahl der Infizierten nicht weiter erhöhen würde.

Keine bedrohliche Lage

Bürgermeister Elbl sieht die Lage dennoch nicht als bedrohlich an. „Es wird getan, was getan werden muss.“ . Er und sein Team seien über Feiertag und Sonntag in Rufbereitschaft. Den Bewohnern der Unterkunft werde man am Freitagnachmittag noch Lebensmittel vorbeibringen, damit sie nicht aus der Wohnung müssten.

In der Stadt machen sich vor allem Familien Sorgen, die am Samstag eine Familienfeier planen, nämlich die Firmung. Elbl sieht keinen Grund,diese Feiern abzusagen. Für beide katholischen Kirchen gebe es ein gutes Hygienekonzept.

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