Oberbürgermeister Bolay bezweifelt, dass das Problem mit freiwilligen Tests gelöst werden kann. Foto: dpa

Der Gesamtelternbeirat (GEB) für Kindertagesstätten in Ostfildern fordert von der Stadt mehr Eigeninitiative bei der Bewältigung der Coronakrise. Dazu zählen unter anderem Schnelltestangebote.

Ostfildern - Mehr Eigeninitiative bei der Bewältigung der Coronakrise fordert der Gesamtelternbeirat (GEB) für Kindertagesstätten in Ostfildern von der Stadt. Für das Personal brauche es ein niederschwelliges Angebot für Schnelltests vor Ort, sprich in den Kitas. Zudem müssten den Eltern rasch kostenlose Schnell- und Selbsttest zur Verfügung gestellt werden, die über die Betreuungseinrichtungen verteilt werden. „Die Test könnten die Eltern dann zuhause selber machen und somit frühzeitig erkennen, ob das Kind möglicherweise infiziert ist“, sagt Anne Kluge vom GEB-Vorstand. „Dieses Vorgehen hilft uns allen, das Virus einzudämmen.“ Viele Eltern seien in großer Sorge, denn auch in Ostfildern breite sich die noch gefährlichere britische Variante des Covid-19-Virus aus und lege Einrichtungen teilweise oder ganz lahm. „Die Stadt muss da jetzt aktiv werden und von sich aus Angebote machen“, so Kluge. Mit der abwartenden Haltung der Verwaltung seien die Eltern überhaupt nicht einverstanden. „Wir wären froh, wenn der Oberbürgermeister wenigstens mal mit uns sprechen würde.“

OB Bolay skeptisch

In der neuesten Corona-Verordnung des Landes werde das Thema Tests für Kinder und Eltern gar nicht angesprochen, entgegnet Rathauschef Christof Bolay. Im Augenblick berate der Städtetag, wie das Thema angegangen werden soll. Bolay bezweifelt, dass das Problem mit freiwilligen Tests gelöst werden kann. Wirklich weiter komme man nur mit einer Verpflichtung. Skeptisch zeigt sich Bolay auch zu den vom Elternbeirat angeregten kindgerechten Lolli-Test, wie er beispielsweise in Freiburg eingesetzt werde. Weder sei klar, ob er überhaupt zugelassen sei, noch gebe es derzeit verlässliche Aussagen über die Verfügbarkeit. Den Vorwurf der Untätigkeit will der Verwaltungschef nicht auf der Stadt sitzen lassen. „Es ist nicht so, dass wir die Hände in den Schoß legen.“ Die Stadt habe für alle Schulen auf die Schnelle Angebote gemacht. In Grundschulen könne vor Ort ein- bis zweimal pro Woche getestet werden. Für weiterführende Schulen stehe das Testzentrum im Kubino in Nellingen zur Verfügung. In dieser Woche werde es ein Gespräch mit den Schulleitern in Ostfildern geben, in dem es darum gehen wird, wie die Schulen nach den Ferien die Vorgabe angeleiteter Schnelltests selbst vor Ort umsetzen können.

Mit Aufklärung und guter Kommunikation könne man Verständnis und Vertrauen schaffen, begründet der GEB seine Forderungen. Ziel sei eine „verträgliche und sinnvolle Teststrategie“, die dem Wohl der Eltern und vor allem der Kinder gerecht werde.

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