Ralf Zacherl wird von In-Extremo-Drummer Specki unterstützt. Foto: Alexander Shorti

Die Stuttgarter Intergastra startet. Bei einem Charity-Event kochen Lucki Maurer, Stefan Marquard, Ralf Zacherl und andere auf. Und auch der Schlagzeuger von In Extremo ist dabei.

Totenkopf im Kochhut und roséfarbene Rockerbrause: Schon am Einlass ist klar, dass dieser Abend am ersten Intergastra-Tag nicht nach klassischer Gourmetmesse riecht. „Cook meets Rock“ nennt sich das Format, das bereits zum sechsten Mal stattfindet – und der Titel ist weniger Wortspiel als Programm. Wenn der Rocker mit Ralf Zacherl kocht, verschwimmen Genregrenzen: Bühne wird Küche, Küche wird Show. Hinter der Station, wo Ralf Zacherl das Gericht (obacht! Wortwitz!) „Gnocching on heavens door“ vollendet, ist der Dummer von In Extremo genannt Specki kochend mit von der Partie – und sie servieren Kartofffelgnocchi mit Roter Bete und Parmesan.

Maggi-Ei am Eingang

Zum Auftakt am Einlass der Halle an der Messe Stuttgart gibt es Sauerteigbrot und ein Maggi-Ei. Letzteres stammt aus der Handschrift von Daniel Gottschlich, Zwei-Sterne-Koch aus Köln. Ein Amuse-gueule, das wie ein Gag klingt und dann ernsthaft gut schmeckt: gefüllt mit Tapiokaperlen, Veggie-Jus, Liebstöckelöl, Nussbutter-Espuma und einem Panko-Schnittlauch-Crumble. Zwei, drei Löffel – verschwunden. Das Rätsel bleibt, wie diese Eier so präzise geköpft wurden. Und weil hier viele rocken und kochen, steht Daniel Gottschlich später mit seiner Band Peter Sinclair als Frontmann auf der Bühne.

Drinnen in der Halle: Livebetrieb. An den Stationen wird gekocht, angerichtet, nachgelegt – und nebenan tatsächlich tätowiert. Aus den Boxen Franz Ferdinand, im Raum der Geruch von Butter und Röstaromen. Fleisch, Fisch, vegetarisch, vegan: jede Station bietet etwas anderes und Ole Plogstedt von der Roten Gourmet Fraktion sorgt an seiner Strafbar für die Drinks wie etwa „Gin Salad“, fruchtiger guter Dink, garniert mit Chicorée.

Felicitas Then serviert „Smells like rib spirit“ Foto: Alexander Shorty

„Smells like rib spirit“

Die Veranstaltung ist mit mehr als 550 Gästen ausverkauft – und die meisten sind nicht zum ersten Mal da. Sie wissen, dass sie sich durchprobieren können: bei Lucki Maurer steht „Cow-Boys from hell“ auf der Karte, ein Korean Rodeo Burger „Kimchi Style“, Stefan Marquard serviert „METT man tell no tales“ – also Carne cruda, Tatar vom Kalb und Felicitas Then „Smells like rib spirit“ (Kalbsribs mit XO Sauce und Mais).

Zum sechsten Mal findet das Event statt. Angefangen hat alles klein, mit zwei Köchen und einer Idee dreier Freunde aus Winterbach. Zwei Jahre Vorbereitung stecken inzwischen in jeder Ausgabe, von mal zu mal wird es größer. Dieses Jahr gehen alle Einnahmen an das Kinderhospiz Pusteblume und die Stuttgarter Kinderstiftung.