Janusz Gogola verlässt den SSV Esslingen nach eineinhalb Jahren. Foto: Robin Rudel - Robin Rudel

Wasserball-Bundesligist SSV Esslingen und Coach Janusz Gogola trennen sich mit sofortiger Wirkung. Grund ist die berufliche Situation des in Frankfurt lebenden Trainers.

EsslingenWasserball-Bundesligist SSV Esslingen und Trainer Janusz Gogola gehen fortan getrennte Wege. Das gab der Verein am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt. Bis zum Saisonende betreuen die Routiniers Heiko Nossek und Hannes Rothfuß das Team. Gogola verlässt den SSVE nach eineinhalb Jahren aufgrund der hohen beruflichen Belastung und der Pendelei zwischen Esslingen und seiner Heimatstadt Frankfurt. „Das ist schon sehr sehr weit, das war sehr anstrengend für mich“, sagt Gogola.

Axel Hänchen, Sportlicher Leiter der Wasserballer, bedauert die Trennung von Gogola zutiefst: „Das wurde in keinster Weise vom Verein forciert. Während der Saison den Trainer zu wechseln, ist nie optimal.“ Einen Zusammenhang mit der nach dem schwachen Saisonstart unbefriedigenden sportlichen Situation des SSVE verneint er: „Es war ausschließlich der beruflichen und persönlichen Situation von Janusz Gogola geschuldet.“

Der ehemalige Coach hatte den Esslinger Verantwortlichen bereits vor mehr als zwei Wochen mitgeteilt, ab Januar die Doppelbelastung aus Beruf und Wasserball nicht mehr stemmen zu können. „Und wir sind hier trotz Bundesliga im Amateursport, da geht der Beruf vor – das ist einfach so“, erklärt Hänchen. Somit beratschlagten die Vereinsverantwortlichen, ob ein vorzeitiger Schnitt nicht das Beste für den Club wäre. Schnell wuchs die Überzeugung, sofort Klarheit für das Team und den Verein zu schaffen. Gogola selbst stand der Entscheidung, bereits jetzt getrennte Wege zu gehen, nicht im Weg. „Nach den Niederlagen zuletzt wollen sie schnell wieder in die Erfolgsspur kommen“, sagt er. Der Coach war vor der Saison mit der Kaderzusammenstellung des SSVE nicht zu hundert Prozent zufrieden gewesen.

Nun übernehmen Kapitän Nossek und Rothfuß gemeinsam die Mannschaft. Nossek gehört bereits seit mehreren Jahren zum Trainerteam und übernahm die Rolle des Chefcoachs in Gogolas Abwesenheit. Der 37-jährige Ex-Profi und langjährige Nationalspieler hat in diesem Jahr die A-Lizenz-Ausbildung beendet und genießt viel Respekt innerhalb der Mannschaft. Co-Kapitän Rothfuß, mittlerweile in seiner 13. Saison beim SSVE, wird ihm zur Seite stehen. Geplant ist, dass sich die beiden aufteilen: Einer wird das Spiel im Wasser, der andere am Beckenrand bestreiten. „Nur Spielertrainer zu haben, wäre auf diesem Niveau nicht optimal“, liefert Hänchen die Erklärung. Wie die Rollenverteilung zwischen Nossek und Rothfuß im Detail aussehen wird, entscheiden die Betroffenen von Spiel zu Spiel.

Erfolgserlebnisse gebraucht

Für das neue Gespann wird es in erster Linie darauf ankommen, schnell wieder Erfolgserlebnisse einzufahren. Der Saisonstart ging ergebnistechnisch gehörig in die Hose, aus fünf Partien sprang lediglich ein Sieg für die Esslinger heraus. Damit liege man nicht im Soll, gab der Verein in seiner Pressemitteilung zu verstehen. Untergangsstimmung herrscht beim SSVE jedoch nicht, betont Hänchen. Er verweist auf die teils unglücklichen Niederlagen: „Zweimal haben wir nur mit einem Tor Unterschied verloren. Und auch das 16:18 gegen den Zweiten ASC Duisburg stimmt mich positiv, denn das Team hat nach frühem Rückstand toll gekämpft.“ Er ergänzt: „Die Mannschaft ist absolut intakt.“

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