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Handball-Württembergligist TSV Deizisau hat mit Stefan Eidt einen neuen Trainer für die kommende Saison 2020/2021 gefunden.

DeizisauDer Handball-Württembergligist TSV Deizisau bleibt seinem Kurs weiter treu, früh die Weichen für die kommende Saison zu stellen. In Stefan Eidt hat der Verein nun einen Nachfolger für Trainer Olaf Steinke gefunden, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft. Der
39-jährige Eidt ist derzeit Trainer der Zweitliga-Frauen der TG Nürtingen. „Nach acht Jahren als Cheftrainer in Nürtingen freue ich mich auf eine Veränderung“, sagt Eidt. „Mich reizt die neue Aufgabe.“ Der Diplom-Sportwissenschaftler schaffte mit der TG in der Saison 2014/2015 den Aufstieg die 2. Bundesliga, derzeit sind die TG-Frauen Elfte.

„Wir sind stolz darauf, dass Stefan Eidt trotz vieler Angebote uns zusagt hat“, sagt Dennis Prinz vom Deizisauer Management. „Das zeigt uns, dass der Weg, den wir vor zwei Jahren eingeschlagen haben, der richtige ist.“ Dieser sieht zunächst vor, sich für die eingleisige Württembergliga zu qualifizieren. Mit aktuell Platz vier wäre der TSV dabei. Das hofft auch Eidt, dessen Vertrag aber ligaunabhängig ist. „Ich hab den Jungs beim EZ-Pokal-Finaltag zugeschaut“, sagt Eidt. „Sie haben sich nicht unverdient den Pokal geholt und von Spiel zu Spiel gesteigert.“ Das Finale konnte Eidt nicht mitansehen, er musste zum Training nach Nürtingen. Aber er tauschte sich mit Prinz auf der Tribüne der Neckarsporthalle aus, am vergangenen Wochenende machten Eidt und das TSV-Management den Vertrag dann fix. Christoph Lachenmayer bleibt weiterhin Deizisauer Co-Trainer.

2. Bundesliga Frauen, nun voraussichtlich Württembergliga Männer – für Eidt ist das „kein Abstieg, sondern eine spannende Herausforderung“. Der Trainingsaufwand gleicht zudem dem aktuellen. „Momentan trainiere ich mit den Frauen auch dreimal die Woche in der Halle“, sagt Eidt. Allerdings fallen die langen Auswärtsfahrten weg, wie zum Beispiel am kommenden Sonntag nach Leipzig. Diese empfindet der Familienvater jedoch auch nach all den Jahren nicht als „Riesenbelastung“, wie er versichert. „Die Reisen gehören für mich in der 2. Bundesliga dazu. Aber einen positiven Effekt hat der Wechsel nach Deizisau fürs Familienleben sicher, es ist entspannter.“

Eidt wohnt in Köngen, davor in Wendlingen. Ursprünglich kommt er aus Illertissen bei Ulm, spielte beim SC Vöhringen Handball, bevor er fürs Studium nach Stuttgart zog. Unter Rolf Brack studierte er Sportwissenschaften und kam über die Trainer-Legende nach Nürtingen und Zizishausen, bevor Eidt schließlich „verletzungs- und familienbedingt“ die Spielerkarriere beendete und nun seit 13 Jahren Trainer in Nürtingen ist. Erst als Jugend- und Männertrainer, seit 2012 als Coach der Frauen. Hauptberuflich arbeitet Eidt im Vesalius Therapiezentrum in Wendlingen.

Liga wie ein „Haifischbecken“

Vom eher taktisch geprägten Frauen-Handball geht es zur kommenden Saison zum körperlichen Männer-Handball. Für welchen Handball er steht, will Eidt nicht definieren: „Ich muss das Spielsystem an die Gegebenheiten in Deizisau anpassen, es muss aus der Mannschaft heraus passieren. Die Jungs müssen dahinter stehen und das auch wollen. Das ist ein Prozess“, sagt Eidt. „Ich hoffe, dass sie die eingleisige Württembergliga erreichen. Es ist dieses Jahr ein Haifischbecken, alle schielen auf diesen sechsten Platz.“

Dieses „Haifischbecken“ war auch der Grund, warum der TSV Deizisau und Steinke bereits im Dezember vergangenen Jahres mitgeteilt hatten, nach zwei Jahren am Ende der laufenden Spielzeit getrennte Wege zu gehen. Steinke hatte die Mannschaft nach dem Abstieg aus der Baden-Württemberg Oberliga übernommen.

Sowohl Mannschaft als auch Steinke hatten signalisiert, dass sie sich diese neue, dann sportlich noch herausforderndere Situation in der eingleisigen Württembergliga nicht gemeinsam vorstellen können. „Die hundertprozentige Überzeugung war nicht mehr da“, sagt Prinz. „Der Impuls kam von Steinke. Er glaubte, dass die kommende Saison genauso ereignisreich und aufwühlend werden würde, wie die vergangenen zwei in Deizisau.“ Bis zum Ende der Saison genießt Steinke jedoch laut Prinz „vollstes Vertrauen. Wir sind optimistisch, dass wir die Saison erfolgreich zu Ende bringen“.

Mit Eidt will der TSV Deizisau sich in der eingleisigen Württembergliga etablieren und „eher Richtung Baden-Württemberg Oberliga als Verbandsliga schauen“, sagt Prinz. „Die eingleisige Liga wird unglaublich anspruchsvoll, vor allem in der Breite stärker, und dahingehend planen wir.“

Zehn Spieler verlängern

Entsprechend haben neben dem Kapitän Yannik Taxis und Alexander Seibold, beide noch mit einem gültigen Vertrag für die Saison 2020/2021 ausgestattet, zehn Spieler ihre Verträge um ein Jahr verlängert: Laurin Rapp, Lukas Lohmann, Marcel Killat, Jaric Baumann, Manuel Bürk, Kai Liebing, Moritz Friedel, Daniel Rauch, Nils Kühl und Torhüter Alin Illi bleiben dem TSV treu.

„Dabei ist besonders erwähnenswert, dass uns nahezu alle Spieler ihr Vertrauen ausgesprochen haben, bevor Klarheit auf der Trainerposition bestanden hat“, sagt Prinz. Der Rückraum, angeführt durch den mit Abstand dienstältesten Spieler Killat, bleibt also zusammen. Verstärkung braucht der TSV noch für die Rückraummitte, sowie im Tor. Vom aktuellen Kader sind somit neben Jannik Nußbaum noch die Personalien Lucas Novak, Denny Spiller sowie Jannik Heinemann offen.

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