Chinesische Unternehmen drängen auf den europäischen Windrad-Markt. Foto: imago/Arnulf Hettrich

Die EU muss sich mehr um den Ausbau der Windkraft kümmern. Und auch die Unternehmen gegen Dumpingpreise aus China schützen, meint unser Autor Knut Krohn.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien geht voran. Sie decken inzwischen mehr als ein Fünftel des Strombedarfes in der EU. Windräder sind dabei eine wichtige Energiequelle, sie liefern heute so viel Strom wie 150 mittlere Atomkraftwerke. Angesichts der ehrgeizigen Ziele, Europa bis Mitte dieses Jahrhunderts zum klimaneutralen Kontinent zu machen, müsste der Ausbau allerdings wesentlich schneller vorangehen.

Die Klage der Unternehmen ist berechtigt, dass noch immer zu viele bürokratische Hürden im Wege stehen. Baugenehmigungen ziehen sich über Monate oder gar Jahre und Spediteure müssen eine kleine Ewigkeit auf die Erlaubnis zum Transport von Rotorblättern warten. Vorangetrieben werden muss auch der Ausbau der Netzinfrastruktur. Was nützt es, in der Nordsee einen hochmodernen und äußerst leistungsfähigen Windpark zu bauen, wenn die Trassen fehlen, um den Strom in Richtung Süden zu transportieren?

Die Warnung der europäischen Unternehmen muss alarmieren

Alarmieren muss allerdings auch die Warnung der europäischen Unternehmen vor der Konkurrenz aus China. Die ist wegen der staatlichen Förderung in der Lage, bei Ausschreibungen mit unschlagbar niedrigen Preisen und Finanzierungen zu locken.

Es ist richtig, dass die Gesetzgeber in Brüssel hier mit neuen, qualitativen Regeln für Ausschreibungen, dem Versprechen günstiger Kredite und weiterer Maßnahmen gegensteuern will. Bei der Windkraft dürfen nicht dieselben Fehler wiederholt werden wie seinerzeit bei der Solarindustrie. Damals hat China mit Dumpingpreisen den europäischen Markt praktisch zerstört. Heute zeigt sich, dass sich Europa geradezu blind in eine gefährliche Abhängigkeit von Peking begeben hat. Das darf nicht noch mal passieren.