Ceyhun Selvi macht’s mit Links und erzielt so in der Kreisliga B Tor um Tor. Quelle: Unbekannt

Die Aufstiegschancen des SC Altbach II sieht er bei 85 Prozent.

AltbachFußball-Profi werde ich nicht mehr“, witzelt der 29-jährige Ceyhun Selvi nach der Frage, warum er als Landesligakicker und langjähriger Bezirksligafußballer zum SC Altbach II in die Kreisliga B zurückgekehrt ist. „Außerdem will ich meinen beiden Trainern und besten Kumpels Arthur Benz und Aydin Kisakol hier in Altbach helfen und einfach mal Just for Fun kicken.“ Zum Spaß kam der Erfolg: Mit jetzt schon 26 Toren ist Selvi der Top-Torschütze der Region. Auch dank seiner Treffer ist die Mannschaft als Tabellenzweiter – mit einem Punkt und einem Spiel weniger als der TV Nellingen II – auf Aufstiegskurs.

Trainer Benz weiß die Rückkehr seines Kumpels zu schätzen: „Ceyhun ist einfach ein kompletter Stürmer und für jede Mannschaft eine echte Waffe“.

Seit Selvi „drei oder vier Jahre alt“ ist, spielt er Fußball – und das ganz vorne. Angefangen hat er beim FV Plochingen, wo er die komplette Jugend und das erste Jahr bei den Erwachsenen verbrachte. Danach zog es den Angreifer nach Altbach. Beim TSV Deizisau spielte er später in der Bezirks-, beim FV 09 Nürtingen in der Landesliga. Dass er die Qualität hat, auch weiter höherklassig Fußball zu spielen, weiß auch Benz: „Ceyhun ist bekannt dafür, immer und überall viele Tore zu schießen“. Ein Stürmer also, wie ihn jede Mannschaft brauchen kann. Trotzdem verschlug es ihn nach seinem letztjährigen Engagement in Nürtingen zum SCA. „Natürlich hat man in der Kreisliga B nicht die Mitspieler wie in der Bezirks- oder Landesliga, die einen mit Bällen füttern“, erklärt Selvi. „Hier kommt es auch mal darauf an, sich den Ball im Mittelfeld zu holen und dann ein paar Gegenspieler nass zu machen“. Der Mann spricht aus Erfahrung, die 26 Saisontore kommen schließlich nicht von irgendwo her.

Der mögliche Aufstieg wäre übrigens keineswegs der erste in Selvis Fußballkarriere: Zwei Mal ist er schon in die Kreisliga A aufgestiegen, ein Mal in die Bezirksliga und auch den Sprung in die Landesliga hat der Vollblutstürmer schon geschafft. Auch diesmal ist er zuversichtlich: „Wir haben eine große Qualität im Kader. Wenn wir gut in die Rückrunde starten, kommen wir unserem Ziel schon sehr nahe“. In Zahlen ausgedrückt sieht er die Aufstiegschancen des SCA bei „rund 85 Prozent“.

Ein weiteres seiner Ziele ist aber auch, den Mitspielern zu helfen und den Jüngeren etwas beizubringen. Gewiss schaut sich der ein oder andere Mitspieler beim Torgaranten etwas ab. Doch von wem schaut Selvi sich etwas ab? „Eigentlich von Robert Lewandowski“, antwortet der Stürmer mit einem Lachen. Doch seit der Pole vom BVB zum FC Bayern München gewechselt ist, fängt der bekennende Dortmund-Fan Selvi „nicht mehr so viel mit ihm an“. Zur Zeit sei eher der Uruguayer Luis Suárez vom FC Barcelona sein Vorbild. „So einen Abschluss und ein Stellungsspiel wie er haben nur wenige“, schwärmt Selvi, „bei ihm schaue ich mir gerne etwas ab“.

Hat der Top-Stürmer der Kreisliga B auch eine Schwäche? Laut seinem Trainer Benz, wie er schmunzelnd erzählt, zumindest „eine kleine: An seinem rechten Fuß kann er noch etwas arbeiten“. Doch auch wenn Selvi nicht so einen guten schwachen Fuß hat wie die Superstars Lewandowski, Suarez und Co., ist Mitspielern wie Gegnern klar, dass es in dieser Saison nicht bei den 26 Treffern bleiben wird. Dazu muss man kein Profi sein.

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