Früher rollten die Straßenbahnen der END über den Zollberg ins Neckartal. Foto: Archiv Kirsch - Archiv Kirsch

Früher gab es die Straßenbahnlinie Esslingen – Nellingen – Denkendorf. CDU-Stadtverbände plädieren für eine Verlängerung der Stadtbahnlinie U7 bis nach Esslingen.

Esslingen/OstfildernEs gab eine Zeit, da ratterte die Straßenbahn der Linie Esslingen – Nellingen – Denkendorf (END) von den Fildern hinunter ins Neckartal. Doch im Februar 1978 war Schluss – seither übernehmen Linienbusse den öffentlichen Nahverkehr auf dieser Strecke. Nun rückt diese Verkehrsverbindung erneut in den Fokus: Im Regionalverkehrsplan wird einer Verlängerung der Stadtbahnlinie U7 von Ostfildern zum Esslinger Bahnhof „hohe verkehrliche Wirksamkeit“ und „hohe Dringlichkeit“ attestiert. Mit einer öffentlichen Veranstaltung wollen die CDU-Stadtverbände Esslingen und Ostfildern die Debatte beflügeln: Unter dem Motto „Eine neue Stadtbahn zwischen Neckartal und Filder – Pläne zu einer Verlängerung der U7 von Ostfildern nach Esslingen“ wollen sie am Dienstag, 29. Oktober, ab 19 Uhr im kleinen Saal An der Halle in Ostfildern über den aktuellen Stand informieren und zur Diskussion einladen.

Michael Brucker, der Vorsitzende der CDU Ostfildern, und der Esslinger CDU-Chef Tim Hauser, der als Regionalrat dem Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart angehört, sprechen sich für eine Erweiterung des Stadtbahnnetzes aus. „Viele Pendler wünschen sich, stau- und stressfrei von Ostfildern-Nellingen zum Esslinger Bahnhof und zurück zu kommen“, meint Brucker. Und Hauser ist sicher: „Auch der Esslinger Einzelhandel würde davon profitieren.“ Durch die Vergrößerung der Festo-Zentrale in Esslingen-Berkheim habe das Projekt noch an Bedeutung gewonnen. „Eine Schienenlösung könnte das immer höhere Verkehrsaufkommen abfangen“, findet Hauser und verweist darauf, dass der Regionalverkehrsplan „von einer zusätzlichen ÖPNV-Nachfrage auf der betroffenen Linie U 7 von 7100 Wegen pro Tag ausgeht“.

Die Entscheidung für eine Stadtbahn-Verlängerung werde anhand standardisierter Bewertungsverfahren getroffen, erklären Brucker und Hauser. Eine U7, die von den Fildern nach Esslingen führt, erreiche eine hohe verkehrliche Wirksamkeit und verkürze die Fahrzeit für die Nutzer um rund zehn Minuten. Um den Höhenunterschied im Abschnitt Zollberg – Pliensauvorstadt zu überwinden, sei ein Tunnel notwendig. Dadurch sei der Flächenbedarf „eher gering“.

Dass ein solches Projekt, für das bereits drei Streckenvarianten untersucht wurden, erhebliche Investitionen erfordert, müsse kein Hinderungsgrund sein, nachdem die Mittel zur Förderung kommunaler Verkehrsinfrastrukturprojekte im Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz um 155 Millionen Euro auf insgesamt 320 Millionen Euro im Jahr erhöht worden waren. „Wenn Esslingen und Ostfildern rasch die nötigen Mittel für eine Verlängerung der Stadtbahn U7 beantragen würden, könnte das hochinteressant werden“, gibt Hauser zu bedenken. Im Gegenzug sehen die beiden CDU-Ortsvorsitzenden „aufgrund des großen verkehrlichen Wirkungspotenzials und der verbesserten Vernetzung von Stadt- und S-Bahn einen hohen Nutzen des Projekts“. Hauser, der für die CDU im Esslinger Gemeinderat sitzt, kündigte an, seine Fraktion werde das Thema verstärkt in den Fokus rücken.

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