Lara Moltenbrey und Hartmut Raff sitzen nun für die CDU im Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen. Wer sind die Neuen? Für was wollen sie sich einsetzen?
Lara Moltenbrey sagt, es sei „wichtig, dass sich auch junge Menschen engagieren“. Deshalb hat die 27-Jährige kandidiert – genauso wie ihre Brüder Aljoscha, Nikita und Kolja Baudoux, deren Namen allesamt auf der Liste der Christdemokraten in Leinfelden-Echterdingen zu finden waren. Dass sie dann tatsächlich den Sprung in den Gemeinderat geschafft hat, hat die junge Ärztin und Mutter eines wenige Wochen alten Jungen dann aber doch etwas überrascht.
Wenngleich die Freude über die neue Aufgabe nun überwiegt. Sie will sich dafür einsetzen, dass Mütter und Väter in Leinfelden-Echterdingen Familie und Beruf miteinander vereinbaren können. Dafür sei eine gute Mobilität wichtig, damit die Eltern ihren Arbeitsweg bewältigen können und dafür brauche es eine Kinderbetreuung, die funktioniert. Zudem müsse das Angebot an bezahlbarem Wohnraum verbessert werden.
Fünf neue Mandatsträger hat die Kommunalwahl in das kommunalpolitische Gremium von Leinfelden-Echterdingen gespült. Zwei davon treten für die CDU-Fraktion an, die bei der Wahl insgesamt gut abgeschnitten hat. Die Christdemokraten hatten 22,5 Prozent der Stimmen geholt und damit Platz zwei hinter den Freien Wählern erreicht. Neun Monate lang wird Lara Moltenbrey, die im Stuttgarter Klinikum in der Kinderorthopädie tätig ist, in Elternzeit sein und danach wieder in Teilzeit arbeiten. Diese Zeit will sie nun auch dafür nutzen, um sich in die lokalpolitisch wichtigen Themen einzuarbeiten.
Von Listenplatz 23 ins Gremium
Schon vor der Sommerpause war sie bei Fraktionssitzungen mit dabei. Dass in Leinfelden-Echterdingen für Eltern, die Gemeinderatssitzungen besuchen, eine Kinderbetreuung angeboten wird, findet sie eine „großartige Lösung“. Wenngleich sie ihren Jungen zunächst eher zuhause bei ihrem Mann lassen will, wenn sie als Stadträtin gebraucht wird.
Auch Hartmut Raff war am Wahlabend zunächst etwas überrascht über sein gutes Abschneiden, schließlich stand sein Name auf Platz 23 der CDU-Liste. Jetzt weiß er: „Der Listenplatz ist nicht ganz so relevant. Die Gemeinderatswahl ist eine Personenwahl“. Will weißen der Bekanntheitsgrad zählt. Und den 58-jährigen Familienvater kennen viele in Echterdingen. Er ist Stellvertretender Stadtkommandant der Feuerwehr in Leinfelden-Echterdingen. Er sitzt im Aufsichtsrat einer örtlichen Bank, ist ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht, seine Familie führt seit mehr als 65 Jahren das Fachgeschäft Elektro Raff an der Echterdinger Hauptstraße. „Wir verkaufen Elektrogeräte und übernehmen Umbauten, Neubauten, Elektroinstallationen in der Industrie und in Privatwohnungen.“
Hartmut Raff: Mehr Wohnungen für den Filderrraum
Hartmut Raff ist in Echterdingen aufgewachsen, hat die Stadt – außer, um Urlaub zu machen – nie groß verlassen, erklärt er. Und führt dort auch gerne den Familienhund Schimmi Gassi. „Leinfelden-Echterdingen wird immer eine Mischung aus Wohn- und Arbeitsplatz sein“, sagt er. Als Stadtrat will er die Stadt lebenswert erhalten und stärken. Er will dazu beitragen, dass die Hauptstraße vom Verkehr entlastet und etwas schöner gestaltet wird. Geeignete Flächen für Gewerbe und bezahlbaren Wohnraum seien auszuweisen. „Wie sollen sich jüngere Generationen hier eine Eigentumswohnung im Filderraum leisten können?“, fragt er. Auf diese Frage müssten Antworten gefunden werden. Auch die Feuerwehr verliere gute Leute, weil es hier zu teuer zum Wohnen ist.