Quelle: Unbekannt

Schnell wird man geblitzt, wenn man es mal wieder etwas eiliger hat oder in Gedanken ist. Das anfallende Bußgeld kann in vielen Fällen allerdings angefochten werden.

Es kann ganz schnell gehen, wenn man in Gedanken ist oder es mal wieder etwas eiliger hat – das rote Licht blendet auf und die Polizei hat eine überhöhte Geschwindigkeit gemessen. Der Bußgeldbescheid lässt dann meistens nicht lange auf sich warten. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann richtig teuer werden oder sogar mit dem Entzug der Fahrerlaubnis enden. Ist der Sachverhalt jedoch strittig, hat man die Möglichkeit die Strafe anzufechten und mit einem blauen Auge davonzukommen.

Auf welche Art und Weise darf die Polizei blitzen?

Da die Verkehrsüberwachung in Deutschland Sache der Länder ist, variieren die Arten der Kontrolle je nach Bundesland. Somit ist nicht exakt festgelegt, wie weit eine Verkehrsmessung von einem Temposchild entfernt sein muss. Autofahrer müssen eine gewisse Zeit haben, um das Auto nach der Kenntnisnahme der Geschwindigkeitsberuhigung auf das passende Tempo abzubremsen. Je nach Begrenzung können Messanlagen in einer Entfernung von 75 bis 200 Metern platziert werden. Besonders ärgerlich sind getarnte oder gut versteckte Blitzer, die einen kalt erwischen. Wer hofft, dass dieses Vorgehen nicht erlaubt ist, wird enttäuscht. Die Polizei darf Ihre Messungen an allen relevanten Stellen, getarnt oder verborgen, durchführen. Eine neue Möglichkeit ist die sogenannte halbstationäre Laserfalle (Enforcement Trailer). Diese Anlagen sind auf Anhängern verbaut und durch Ummantelungen optisch unauffällig. Sie können mobil an jeglichen Orten Messungen durchführen (Die Esslinger Zeitung berichtete am 04.10.2018).

Welche Strafen können auf Temposünder zukommen?

Wenn man doch mal geblitzt wurde, schwirren einem sämtliche Gedanken durch den Kopf. Oft geht der erste Blick nach unten auf den Tacho, um zu prüfen welche ungefähre Geschwindigkeit man gefahren ist. Gleich danach überlegt der Fahrer, welche Strafe das Vergehen nach sich zieht. Einen groben Überblick findet man hier:

Wann ist ein Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid sinnvoll?

Sollte man Zweifel an der Richtigkeit des Vorwurfs haben, ist es immer sinnvoll den Fall erst selbst zu prüfen und gegebenenfalls mit der Hilfe eines Rechtsanwalts gegen den Bescheid vorzugehen. Das kann zum Beispiel sein, wenn man zur angegebenen Zeit überhaupt nicht am besagten Ort war oder das mitgeschickte Foto im Bußgeldbescheid eindeutig eine andere Person zeigt. Weniger deutlich sind formale Fehler in den Dokumenten. Dennoch sind circa ein Drittel aller Bescheide fehlerhaft und könnten aus diesem Grund angefochten werden. Ein Rechtsanwalt kann dabei helfen zu entscheiden, ob ein Einspruch gegen das Bußgeld sinnvoll und erfolgversprechend ist oder nicht. Sollte ein Einspruch von Nöten sein, sind diese Schritte zu gehen:

  • Oft erhalten Beschuldigte vor dem Bußgeldbescheid einen Anhörungsbogen. Mit der Rücksendung des Schreibens kann man Stellung zur Anschuldigung nehmen.
  • Danach folgt der eigentliche Bußgeldbescheid. Wird dieser akzeptiert und das Geld überwiesen, bzw. die Punkte anerkannt, ist das Verfahren abgeschlossen. Lehnt man ab, müssen weitere Schritte von Seiten des Beschuldigten folgen.
  • Mit einem Einspruch kann gegen den Bescheid vorgegangen werden. Ein Anwalt kann hierbei behilflich sein.
  • Darauf folgt das Zwischenverfahren, in dem die betroffene Behörde prüft, ob der Einspruch form- und fristgerecht eingereicht wurde. Für eine mögliche gerichtliche Entscheidung suchen die Polizisten alle vorhandenen Beweise zusammen.
  • Die eigentliche Hauptverhandlung findet meistens vor dem zuständigen Amtsgericht statt. Nach der Anhörung und der Auswertung der Beweise trifft das Gericht eine Entscheidung.

Fazit

Es kann schnell passieren, dass man wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wird. Ist der Fall klar, sollte man die Strafe akzeptieren und in Zukunft sein Tempo anpassen. Gibt es jedoch Unstimmigkeiten oder offensichtliche Fehler, bekommt man mithilfe eines Einspruchs oftmals Recht und die Verordnung eines Bußgeldes oder die Punkteeintragung wird fallen gelassen. Die Hilfe eines Anwalts für Verkehrsrecht verbessert nicht nur die Chancen auf richterlichen Zuspruch, sondern erleichtert auch die Abwägung der Sinnhaftigkeit eines Einspruchs. Eine Maßnahme auf gut Glück ist meistens nicht sinnvoll, da bei einer Rechtsprechung des Gerichts gegen den Beschuldigten die Gerichts- und Anwaltskosten beim Antragsteller hängenbleiben.

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