Mit Märchenherbst, Mittelaltermarkt und Adventszauber drehen sich in diesem Jahr gleich drei Veranstaltungen in Böblingen um Burgfräulein, Gaukler und Edelleut. Citymanagerin Kira Morgan ist voller Vorfreude, da der Märchenherbst im fünften Jahr größer ausfällt als je zuvor.
Es war einmal die Citymanagerin namens Kira Morgan, die dachte sich: Passt das Thema Märchen nicht nach Böblingen? Man schrieb damals das Jahr 2018 und siehe da: Es passte. „Angefangen hat das nur mit ein paar Ständen und einem kleinen Theaterzelt“, erzählt sie von den Anfängen. In diesem Jahr geht die mehrtägige Veranstaltung in ihr sechstes Jahr, obwohl sie coronabedingt erst zum fünften Mal stattfindet. Doch die verkappte Jubiläumsauflage kann sich sehen lassen.
Märchenherbst Unter diesem Motto stehen einerseits mehrere Theateraufführungen an verschiedenen Spielorten und andererseits der Mittelaltermarkt auf dem Schlossberg. „Beide Formate passen sehr gut zusammen und ergänzen sich“, sagt Morgan. Vom kommenden Dienstag, 19. September, an sind vor allem Familien eingeladen, in verschiedenen Theaterstücken in die altertümliche Fabelwelt einzutauchen. Als Spielort dient erstmals die Böblinger Stadtkirche St. Dionysius: Dort gibt das Stuttgarter Theater Tredeschin den Märchenklassiker „Froschkönig“. Angelehnt an die Geschichte vom verwunschenen Dornröschen öffnet die Stadtkirche außerdem ihren Glockenturm für Besucher, die – ganz ohne Dornengestrüpp – einen Ausblick über Böblingen genießen können.
„Bei der Auswahl der Stücke haben wir aber nicht nur auf Klassiker der Gebrüder Grimm gesetzt, sondern zeigen auch moderne und internationale Märchen“, sagt die Citymanagerin. Das DAT-Theater zeigt etwa das Michael-Ende-Stück „Traumfresserchen“ oder stellt mit „In einem tiefen dunklen Wald“ Märchenmotive mal ganz auf den Kopf. Da thematisch passend, beteiligt sich das Bauernkriegsmuseum mit Aktionen. Eine Familienrallye rund um 500 Jahre Buchdruck gibt es sowie eine Fotokulisse mit Verkleidungsstücken. Die Stadtbibliothek übernimmt den Vorverkauf der Theaterkarten und legt wieder ihre Märchenrallye auf.
Mittelaltermarkt Als 2019 der Märchenherbst zum zweiten Mal stattfand, gesellte sich auf dem Schlossbergplateau erstmals der Mittelaltermarkt hinzu. Das Konzept habe sich bewährt, so Morgan. „Die Epoche ist für viele anziehend, an den verschiedenen Ständen lässt sich die Ruhe und Einfachheit der damaligen Zeit durchleben“, sagt sie. Der Markt sei in diesem Jahr noch mal vergrößert, zähle jetzt schon mehr als 30 Stände. Darunter auch solche, die die mittelalterliche Handwerkskunst aufleben lassen: Holzschnitzer, Schirrmeister, Schwertschmiede und Korbmacher wollen anreisen. Dass die Nachbarstadt Sindelfingen voriges Jahr nachgezogen habe und jüngst zum zweiten Mal einen Mittelaltermarkt auf die Beine gestellt hat, sieht Morgan nicht als Manko: „Das zeigt doch, dass solche Märkte gefragt sind.“ Dopplungen bei den Beschickern gebe es nur vereinzelt. Während die Theateraufführungen schon am Dienstag beginnen, steigt der Markt von Freitag bis Sonntag.
Adventszauber Die Strahlkraft der Märchen soll sich der Böblinger Weihnachtsmarkt in der Woche vor dem ersten Advent ebenfalls zunutze machen. Vor fast genau zwei Jahren war es der frischgebackene SPD-Stadtrat und Hotelier Manuel Böhler, der im Gemeinderat den Antrag eingebracht hatte, den Markt durch das Märchenmotto neuen Geist einzuhauchen – und ihn zugleich wieder auf den Marktplatz zu verlegen. Dort hatte er zuletzt im Jahr 2003 stattgefunden, doch nachlassende Besucherfrequenz und der Wunsch der Aussteller nach einer Verlegung führten zum Umzug an den Elbenplatz. Hier war die Frequenz vor allem werktags und über die Mittagszeit offenbar größer. Doch die Stimmen, die sich die winterliche Heimeligkeit des Marktplatzes zurückwünschten, sind nie verstummt. Für die kommenden fünf Jahre kehrt der Adventszauber dorthin zurück, dann wird evaluiert.
Die Organisation liegt nach gewonnener Ausschreibung erneut in den Händen der Eventagentur K2 der Böblingerin Martina Kaiser. Sie plant das Thema Märchen an mehreren Stationen zu inszenieren: Mit Leuchtfiguren, einer kleinen Eisenbahn und Märchenspaziergängen. Indes, die Resonanz der Beschicker sei noch etwas verhalten. „Die Anmeldungen kommen zögerlich“, sagt sie. Da der Marktplatz beengter sei, werde es wohl weniger Hütten geben. Doch das müsse kein Nachteil sein: „Klein, aber fein lautet die Devise“, sagt sie. Außerdem hätten sich bereits neue Kunsthandwerker angemeldet und alle hätten das Bestreben, dem neuen alten Standort eine Chance zu geben.
Tickets und Termine
In der Stadtkirche
spielt das Theater Tredeschin am Dienstag, 19. September, von 16 Uhr an den „Froschkönig“ und das DAT-Theater am Mittwoch um 16 Uhr das „Traumfresserchen“.
In der Festen Burg
ist am Donnerstag ab 16 Uhr „Wie der Elefant zu seinem Rüssel kam“ zu sehen (DAT), am Freitag um 15 und 17 Uhr „In einem tiefen dunklen Wald“ (DAT) und am Samstag noch mal das Theater Tredeschin mit „Dornröschen“ um 11, 13, 15 und 18 Uhr.
Die Freundschaft von Hase und Hahn
gespielt vom Orpheus Theater Haigerloch ist am Sonntag, 24. September um 11, 13, 15, und 18 Uhr zu sehen in der Festen Burg.
Karten
für das Theater sind erhältlich in der Stadtbibliothek „Im Höfle“ und kosten für Erwachsene und Kinder jeweils fünf Euro. Hinweis: Nur Barzahlung, keine Reservierung und Rücknahme.
Der Mittelaltermarkt
auf dem Schlossbergplateau dauert am Freitag, 17. September von 17 bis 22 Uhr, am Samstag von 11 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.