Klein gegen gruselig: Beim Umzug in Deizisau hatten alle ihren Spaß. Foto: Krytzner - Krytzner

Deizisau kann Fasnet! Ein langer närrischer Wurm mit an die 2000 Hästräger, Guggenmusikern und Tänzerinnen zog am Sonntag bei herrlichem Wetter durch den Ort.

DeizisausDer Tag hätte gar nicht schöner anfangen können: Strahlend blauer Himmel, nicht allzu warm und die Sonne schien mit der Laune der Narren in Deizisau um die Wette. Ab 14 Uhr hieß es dann am Sonntag Straße frei machen, denn ein unendlich langer Narrenwurm setzte sich mitten in Deizisau in Bewegung. Angeführt wurde er von den organisierenden Zünften, den Schleglern und den Schendmärra. Spätestens mit dem Beginn des Umzugs wurde deutlich: Deizisau kann Fasnet! Die meisten Besucher kamen kostümiert und waren bester Laune. Viele junge Mädels, die sich gerne ganz vorne an den Rand stellten, immer ein bisschen in der Hoffnung, von einer der Hexen oder einem Dämon Huckepack genommen zu werden. Und der Wunsch wurde auch mehrfach erfüllt. Immer wieder rannten die Teufel in die Zuschauerreihen und holten sich ein paar kreischende Damen heraus, um sie dann zu bemalen oder ihnen einfach die Schuhe zu klauen. Es war eine Riesengaudi und alle hatten ihren Spaß. Die Narren kamen von überall her nach Deizisau, einige verbindet eine jahrelange Tradition, andere waren zum ersten Mal dabei. Die Kloster Deifel aus Kirchheim zeigten in den Straßen, dass sie die Karbatschen vollkommen im Griff haben. Unter johlenden Anfeuerungsrufen, ließen sie ihre Peitschen knallen.

Mädels am Pranger

Die Schminkstifte der Hästräger bekamen keine Ruhepause, bis auch der letzte Zuschauer irgendwo einen Farbtupfer im Gesicht hatte. Am meisten freuten sich die Kinder, wenn sie eine Extra-Schminke bekamen, und noch mehr freuten sie sich, wenn Mama und Papa auch gleich angemalt wurden. Aber viel Zeit blieb nicht, denn es mussten ja auch die anderen Hästräger begrüßt werden. Die Narrenrufe waren den meisten eh schon bekannt und wenn nicht, konnte man sie durch die Umzugssprecherinnen kennenlernen und gleich mit üben. Und das Publikum hielt sich auch größtenteils an den Aufruf der Moderatoren, kein Konfetti in die Augenschlitz der Masken zu werfen. So sorgten um die 2000 Hästräger, Guggenmusiker und Tänzerinnen für einen bunt gemischten Umzug mit vielen tollen Eindrücken. Auch wenn so manches Mädel auch mal eben am Pranger landete oder plötzlich von mehreren netten Narren umgeben war und sich einer Spezialbehandlung ausgesetzt sah. Im Umzug selbst waren viele Kinder mit dabei. Die Fasnet in der Region braucht sich um den Nachwuchs wohl keine Sorgen zu machen. Da zeigte schon der Narrensamen, dass die die Hexenpyramide genau so gut können wie die Großen. Die Zuschauer feuerten die Kleinsten besonders an. So genossen Tausende einen herrlich farbigen, lauten und manchmal wilden Umzug.

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