Leverkusens Lars Bender erzielt gegen Torwart Roman Bürki von Dortmund das 4:3. Foto: Bernd Thissen/dpa Foto: DPA - Bernd Thissen/dpa

Mit vier Gegentreffern kannst du kein Spiel gewinnen: Dies erwies sich für Borussia Dortmund in Leverkusen als bittere Wahrheit. Eine 3:2-Führung gab die Mannschaft von Lucien Favre noch aus der Hand. Torschütze Emre Can glaubt dennoch an seine neue Mannschaft.

Leverkusen (dpa) - Aus im Pokal, Rückschlag in der Bundesliga - nach starkem Start in die Rückrunde ist bei Borussia Dortmund trotz eines Traumtors von Neuzugang Emre Can wieder Ernüchterung eingekehrt.

Wie schon beim Pokal-Aus in Bremen (2:3) vier Tage zuvor blieb die Mannschaft von Trainer Lucien Favre auch beim 3:4 (2:2) in Leverkusen den Nachweis ihrer Klasse schuldig.

Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena sorgten Kevin Volland (20./43.), Leon Bailey (81.) und Lars Bender (82.) für den Sieg der Bayer-Elf, die im Kampf um die Champions-League-Plätze einen wichtigen Erfolg feierte. Dagegen verpasste der BVB trotz der Treffer von Mats Hummels (22.), Can (33.) und Raphael Guerreiro (65.) die Chance, zumindest für einen Tag mit dem Spitzenreiter aus München gleichzuziehen.

«In der Kabine war die Hölle los. Dafür spielen wir Fußball, für solche Siege!», sagte Jonathan Tah im TV-Sender Sky. «Es war überragend, was für eine Mentalität wir gezeigt haben», lobte der Abwehrspieler die Teamleistung. BVB-Torschütze Emre Can konnte sich über seinen sehenswerten Treffer überhaupt nicht freuen. «Wir haben zu einfach Gegentore kassiert», kritisierte er. «Wenn man in Führung geht, muss man auch mal - auf gut Deutsch gesagt - dreckiger spielen!» Das 3:4 sah auch Can als «Rückschlag», dennoch meinte er: «Ich glaube an diese Mannschaft, sie hat ein enormes Potenzial.»

Anders als noch in Bremen beorderte BVB-Coach Lucien Favre die Neuzugänge Emre Can und Erling Haaland in die Startelf. Der im defensiven Mittelfeld eingesetzte Can sollte für mehr defensive Stabilität und Angreifer Haaland für mehr Torgefahr sorgen.

Diese Maßnahme des Trainers machte sich bezahlt. Zur Freude der Zuschauer entwickelte sich von Beginn an ein sehenswerter Schlagabtausch der beiden offensivstarken Teams mit bereits vier Treffern in der 1. Halbzeit. Obwohl der BVB den besseren Start mit einer Großchance durch Haaland (19.) erwischte, ging Leverkusen in Führung. Nach klugem Zuspiel von Nadiem Amiri setzte sich Volland gegen seinen Gegenspieler Manuel Akanji durch und ließ BVB-Keeper Roman Bürki mit einem platzierten Flachschuss keine Chance.

Im Gegensatz zur Partie in Bremen reagierten die Dortmunder diesmal jedoch positiv aus dem Rückstand und schlugen binnen 13 Minuten gleich zweimal zurück. Mit dem Kopfballtreffer von Hummels zum Ausgleich nach Ecke von Sancho kehrte der Mut zurück. Und als Neuzugang Can mit einem Traumtor aus 20 Metern für die Führung sorgte, schien das Spiel zugunsten der Borussia gedreht. Im Stile eines Ballkünstlers zirkelte der deutsche Nationalspieler den Ball ins rechte obere Eck.

Doch es passte ins Bild des bisherigen Saisonverlaufs, dass der BVB erneut ins Wanken geriet. Dass Abwehrchef Mats Hummels kurz vor der Pause unnötig zur Ecke klärte, wurde umgehend bestraft. Wieder war es Volland, der für Leverkusener nach Zuspiel von Jonathan Tah traf.

Nach Wiederanpfiff musste die Borussia zusätzlich den Ausfall des für den verletzten Kapitäns Marco Reus auf die 10er-Position beorderten Julian Brandt verkraften. Dennoch bestimmte sie weiter das Spiel. So wurde ein Treffer von Sancho (54.) nach Videobeweis zurückgenommen. Fünf Minuten später traf der für Brandt eingewechselte Giovanni Reyna den Pfosten.

Dennoch wurde die Borussia für ihr großes Engagement am Ende nicht belohnt. Nur zwei Minuten, nachdem Nationalspieler Kai Havertz (63.) bei einem Pfostenchance die große Chance zur Leverkusener Führung vergab, gelang der Borussia ein mustergültiger Konter. Ein Zuspiel des erneut starken nutzte Guerreiro zwar zur erneuten Führung, doch das reichte nicht - wegen Bailey und Bender.

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