Der sechsjährige Leopold wählt die Dino-Hülle, um daraus ein Kuscheltier zu gestalten. Sein Zwillingsbruder Johann entscheidet gleich. Foto: Stefanie Schlecht

Im Breuningerland Sindelfingen hat ein neuer Shop eröffnet: Build-A-Bear. Kunden können dort Kuscheltiere gestalten – mit überraschenden Extras. Wir haben den Praxistest gemacht.

Es gibt Waschbären, Frösche, Schäfchen, Pandas, Hasen und Axolotl, außerdem Wesen wie Snoopy oder Pikachu. Alle blicken mit freundlichen Gesichtsausdrücken aus dem Regal, eines kuscheliger als das andere. Johann und Leopold indes haben nur Augen für die roten Dinosaurier mit gelben Bäuchen, scharfen Krallen und spitzen Zähnen.

„Das ist ein Utahraptor“, sagt der sechsjährige Leopold. Seine Entscheidung ist längst gefallen: Er wählt eine der Dino-Hüllen, um sein eigenes Kuscheltier zu gestalten. Sein Zwillingsbruder Johann tut es ihm gleich, denn auch für ihn sind Dinosaurier die Größten.

Johann überlegt, ob sein Dino einen Helm bekommen soll. Sicher ist sicher. Foto: Stefanie Schlecht

Build-A-Bear hat im Breuningerland Sindelfingen eröffnet

Die beiden Buben sind an diesem Vormittag in dem neuen Laden Build-A-Bear im Breuningerland Sindelfingen zu Besuch. Das Geschäft hat am 30. Januar im Erdgeschoss des Shoppingcenters eröffnet und bietet den Kunden die Möglichkeit, ein Stofftier teilweise selbst zu gestalten.

„Am meisten kommen Erwachsene vorbei, die für sich selber Bärchen machen“, sagt Nikoleta Pavlidou, die Center-Managerin aus Stuttgart, die an diesem Tag in Sindelfingen aushilft. Auch in der Landeshauptstadt hat kürzlich ein Build-A-Bear-Shop an der Königstraße eröffnet. Die Nachfrage sei in beiden neu eröffneten Geschäften gut, auch für das Feiern von Kindergeburtstagen.

Qual der Wahl bei Build-A-Bear im Breuningerland: Eine übergroße Auswahl an Zubehör

Johann und Leopold flitzen derweil durch den Laden und suchen Zubehör für ihre Kuscheldinos aus. Die Auswahl ist riesig. Es gibt unter anderem:

  • Sporthosen
  • Kapuzenpullis
  • Käppis
  • Rollschuhe
  • karierte Schlafanzüge
  • Rüschenröckchen
  • Brillen
  • Gummistiefel
  • Rollschuhe
  • Mini-Handys

Dazu Komplett-Sets, um die Kuscheltiere als Doktor, Agent, Ballerina oder Harry Potter einzukleiden. „Hier gibt’s sogar Unterhosen!“, ruft Johann und muss lachen.

Der Mitarbeiter Niklas Shpak nimmt sich den Zwillingen an und erklärt ihnen, dass sie entscheiden können, ob sie ihre Dinosaurier mit pochendem oder leuchtendem Herzen ausstatten möchten oder mit einem Sprachspeicher, auf den sie zehn Sekunden lang selbst etwas aufnehmen können. Die beiden entscheiden sich für sprechende Dinos und lassen ihre Mama ein paar Worte einsprechen, „denn dann kann ich dich immer bei mir haben“, sagt Leopold.

„Dann kann ich dich immer bei mir haben.“

Leopold freut sich, dass seine Mama aus dem Dino spricht

Niklas stopft den Sprachspeicher in die Dinofüße und setzt die Urzeittiere an die Füllmaschine an. Erst Leopold, dann Johann dürfen das Fußpedal betätigen und so ihre Kuscheltiere mit watteartigem Polyester befüllen. Niklas achtet darauf, dass es nicht zu wenig und nicht zu viel ist, damit das Kuscheltier weder zu wabbelig noch zu hart wird.

Praxistest im Breuningerland Sindelfingen: Kuscheltiere bekommen eine Seele eingehaucht

Dann wird den Stoffdinos eine Seele eingehaucht, indem der Build-A-Bear-Mitarbeiter den Buben kleine Stoffherzen in die Hand drückt. „Was soll der Dino am besten können?“, fragt Niklas. Leopold sagt: „Er soll stark sein.“ Sein Bruder meint: „Mit mir kuscheln.“

Dann sollen die Zwillinge die Stoffherzen fest in den Händen reiben, nach links, rechts, oben und unten heben, an den Armmuskel reiben oder ans eigene Herz drücken. „Jetzt macht die Augen zu und wünscht euch was“, sagt Niklas. „Aber nicht verraten.“ Leopold nickt und merkt an, dass er seinen Zwilling sehr wohl einweihen werde. Als der Mitarbeiter ihn fragt, was er sich denn gewünscht habe, sagt der Sechsjährige entrüstet: „Darf ich dir doch nicht sagen!“ Test bestanden, nun werden die Herzen den Dinos in die Brust gesetzt und zugenäht.

Build-A-Bear kommt aus den USA

Das Geschäft Build-A-Bear wurde 1997 in den USA gegründet, Filialen eröffneten weltweit. Mitte der Nuller-Jahre wurden auch in Deutschland Filialen gegründet, die aber während der Pandemie allesamt schließen mussten. Nun eröffnen hierzulande nach und nach wieder Geschäfte, im November in Berlin und Frankfurt, zuletzt in Sindelfingen, Stuttgart und Köln.

Leopold hilft beim Zunähen seines Stofftiers. Foto: Stefanie Schlecht

Johann und Leopold bekommen zum Abschluss noch jeder eine Geburtsurkunde ihrer neuen Gefährten in die Hand gedrückt. Als Namen haben sie „Lavablitz“ und „Sonne“ gewählt. Die Rechnung ist nicht gerade günstig, da die beiden zusätzlich zum je 40 Euro teuren Stofftier noch Pullis und Mini-Handys gewählt haben – darauf zu verzichten fiel bei der Fülle des Angebots zu schwer. Immerhin die Unterhosen ließen sie sich ausreden.

Zuhause spielen die Brüder ausgiebig mit ihren neuen Kuscheltieren und lassen sie als Einbrecher eine Bank ausrauben. „Sie wurden aber nicht geschnappt“, erklärt Johann. „Sie sind auf eine Insel geflohen und wurden nie wieder gesehen.“ Tränen gibt es später, als seinem Dino die Rückennaht aufplatzt. Also zurück nach Sindelfingen ins Breuningerland, dort wird das Loch geflickt – zwei Jahre gibt es Garantie.

Neue Läden im Breuningerland

Einkaufen
Zuletzt haben einige Geschäfte neu im Breuningerland Sindelfingen eröffnet. So zum Beispiel die Schweizer Chocolaterie Läderach und das Kindermodegeschäft Name it, außerdem gibt es seit Neustem Taschen von Liebeskind Berlin und Kekse von Cookie Couture. Neu ins Center eingezogen ist ebenso das Dekogeschäft Butlers.

Essen
Die ehemalige Frish-Fläche ist neu belebt worden: Auf 827 Quadratmetern ist mit der Genusswelt ein Food-Court eingezogen, der internationale kulinarische Trends unter einem Dach vereint.