Maria Kolesnikowa. Foto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Etwas mehr als zwei Jahre unterrichtete die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kolesnikowa an der Musikschule Filderstadt.

„Wir haben die Nachricht über die Freilassung der politischen Menschenrechtsaktivistin Maria Kolesnikowa sehr erleichtert aufgenommen. Selbstverständlich auch unter Einbeziehung aller anderen freigelassenen Personen und auch in der Haltung, dass es weiterer Freilassungen politischer Gefangener braucht, um Gerechtigkeit auf demokratischer Grundlage herzustellen“, so Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub. Wie am Sonntag bekannt wurde, ist Kolesnikowa mit 120 anderen Aktivisten aus belarussischer Haft freigekommen.

Traub weiter in seiner ersten Reaktion: „Mit Frau Kolesnikowa verbindet uns viel. Sie war von September 2016 bis Juli 2019 als Honorarkraft an unserer Musikschule tätig. Dabei wurde sie als Lehrkraft im Ganztagsschulbetrieb und bei der Bläserklasse eingesetzt.“ Und ähnlich intensive Spuren hat Kolesnikowa auch in Stuttgart hinterlassen vor allem bei Musik der Jahrhunderte. Dort wird vor allem das Festival „Eclat“ ausgerichtet.

Filderstadt setzt Zeichen in der internationalen Politik

Geht es um internationale Politik, haben Stimmen aus Kommunen wie Filderstadt meist überhaupt kein Gewicht. Dennoch ist es wichtig für den Zusammenhalt in einem Gemeindewesen, wenn das Stadtoberhaupt Stellung bezieht zu den großen Vorgängen auf der großen Bühne, wenn diese auch vor Ort im Kleineren spielen.

Deshalb stellt Traub auch fest: „Dem Gremium des Gemeinderates war in 2020 die Resolution und damit der Protest gegen die Inhaftierung wichtig. Filderstadt hat damit ein Zeichen gesetzt.“ Traub damals im Oktober 2020: „Der Gemeinderat der Großen Kreisstadt Filderstadt protestiert gegen die Festnahme der belarussischen Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa. Mit dieser Resolution fordern wir die maßgeblichen Behörden in Belarus auf, Frau Maria Kolesnikowa unverzüglich und unversehrt freizulassen und zu gewährleisten, dass sie zurückkehren und ihr friedliches politisches Engagement künftig unbehelligt fortsetzen kann.“

Und Traub ergänzt dazu: „Dies gebührt die nach unserer Auffassung geltenden und in allen Staaten hochzuhaltenden internationalen Menschenrechtsnormen wie etwa der Pakt über bürgerliche und politische Rechte.