Gekommen, um zu bleiben: Ulrich Spangenberg. Foto: privat

Ulrich Spangenberg ist zum Schultes von Oberboihingen gewählt worden. Wann er das Amt antreten wird, ist noch offen. Diese Themen will er anpacken.

Mit 85,3 Prozent der gültigen Stimmen ist Ulrich Spangenberg am vergangenen Sonntag im ersten Anlauf zum neuen Bürgermeister von Oberboihingen gewählt worden. Natürlich habe er sich den Wahlsieg gewünscht, sagt der 51-Jährige. Die vielen Gespräche mit den Menschen vor Ort im Wahlkampf hätten ihm auch „ein gutes Gefühl“ vermittelt. „Aber mit einem so klaren Votum habe ich nicht gerechnet.“

Gerade mal vier Wochen vor dem Urnengang hatte er seine Bewerbung für die Nachfolge von Torsten Hooge im Rathaus der 5600 Einwohner zählenden Gemeinde abgegeben – nach wenigen Tagen Bedenkzeit. Freunde aus seiner Kinder- und Jugendzeit, die er in Oberboihingen verbrachte, hätten ihn zur Kandidatur animiert, erzählt er offen. Denn bis kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist hatte sich noch kein Interessent gemeldet, der das Amt übernehmen wollte. „Für mich war klar, dass die Bürgermeisterwahl auf den letzten Metern nicht dem Zufall überlassen bleiben darf.“ Nein, es gehe ihm nicht um einen Karrieresprung, beeilt er sich zu betonen. Es sei vielmehr „eine Herzentscheidung“ gewesen. Eine, die er nicht bereue, fügt er mit fester Stimme hinzu. Es fühle sich an wie nach Hause zu kommen: „Oberboihingen ist für mich Heimat.“ Jetzt kehrt er zurück, um zu bleiben.

Den Ort, in dem seine Mutter noch immer lebt, hatte er nach dem Studium zum Diplom-Verwaltungsfachwirt verlassen. Es folgten berufliche Stationen in Esslingen, Ludwigsburg, Winnenden und Weinstadt. In der großen Kreisstadt im Rems-Murr-Kreis ist er seit 2009 Leiter des Amtes für Familie, Bildung und Soziales mit über 350 Mitarbeitenden. „Ich bin das auch sehr gerne und laufe nicht davon“, betont Spangenberg. Der bevorstehende Abschied sei durchaus mit etwas Wehmut verbunden.

Wann der neue Schultes sein Amt in Oberboihingen antreten wird, ist noch offen. „Nicht vor dem zweiten Quartal des Jahres“, rechnet Spangenberg, der aber schon auf Wohnungssuche ist. Noch wird seine Expertise im Rathaus von Weinstadt gebraucht. Dort habe er in den vergangenen 13 Jahren viele Dinge angestoßen und zum Laufen gebracht, sagt er voller Stolz. Diese wolle er nun seinem möglichen Nachfolger oder einer möglichen Nachfolgerin so gut es geht übergeben.

In Oberboihingen will er gemeinsam mit der Bürgerschaft die zentralen Themen der Zukunft entwickeln – dazu gehören aus seiner Sicht unter anderem verlässliche Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder, funktionierende Strukturen für das Leben und Wohnen im Alter, die Bewältigung des Fachkräftemangels, nicht nur im pädagogischen Bereich, die Modernisierung der Alten Schule und der Gemeindehalle sowie die Sanierung der Unterboihinger Straße. Er setze auch auf einen engen und regen Dialog mit allen Akteuren des gesellschaftlichen Lebens im Ort und auf eine service- und bürgerorientierte Gemeindeverwaltung.

Spangenberg selbst sieht sich als „unkonventionellen Bürgermeister“, der nach pragmatischen Lösungen suchen werde. „Und wer mich kennt, weiß um meinen Willen, den Worten Taten folgen zu lassen.“