Dirk Schaible will sich neuen Herausforderungen stellen. Foto: Werner Kuhnle

Das Bürgermeisteramt sei kräftezehrend, betont der Freiberger Rathauschef. Vieles in seinem Leben sei auf der Strecke geblieben. Mitte 2024 wird sein Posten neu besetzt werden. Wie er sich nun äußert.

Mitte 2024 endet Dirk Schaibles zweite Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Freiberg. Eine dritte Amtsperiode wird es nicht geben. Der Verwaltungschef tritt nicht wieder an. Er habe sich in den vergangenen Monaten sehr intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob er kandidieren werde oder nicht. „Es gibt buchstäblich 100 gute Gründe für eine erneute Kandidatur“, betont der 53-Jährige.

Andererseits seien die vergangenen Jahre auch sehr kräftezehrend gewesen, resümiert der Freiberger Rathauschef. „Und mir wurde in letzter Zeit immer mehr bewusst, dass durch die hohe zeitliche und mentale Inanspruchnahme, die das Bürgermeisteramt mit sich bringt, doch auch vieles in meinem Leben auf der Strecke geblieben ist.“ Deshalb werde er nicht wieder antreten.

Im März 2008 hatte Schaible mit 53,9 Prozent überraschend die Wahl gegen den damaligen Amtsinhaber Ralf Maier-Geißer gewonnen. Nur zwei Tage vor der Wahl hatte sich Alt-Schultes Herbert Schlagenhauf gegen eine erneute Amtszeit seines Nachfolgers Maier-Geißer ausgesprochen. Die Parteinahme des ehemaligen Rathauschefs war aber nur ein Kapitel eines aus den Fugen geratenen Wahlkampfs. Davor war Schaible Büroleiter des damaligen Ludwigsburger OB Werner Spec. 2016 dann die Wiederwahl mit 94,5 Prozent.

Drei Jahre später zog es Dirk Schaible an den Bodensee. Der Freiberger Schultes wollte in Konstanz Landrat werden. Er rechne sich gute Chancen aus, sei jedoch nicht auf der Flucht, betonte Schaible damals im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber ihn reize die Herausforderung in einer „hochattraktiven Region“. Doch am Ende reichte es nicht. Zeno Danner wurde als Nachfolger von Frank Hämmerle gewählt. Er kam auf 36 Stimmen, Schaible nur auf 30.

Und jetzt? Es erfülle ihn mit großer Dankbarkeit, dass er die Entscheidung, nicht wieder zu kandidieren, aus freien Stücken treffen könne. Er sei weder frustriert noch amtsmüde, sondern habe – außer den genannten Beweggründen – Interesse an etwas Neuem. Was das Neue sein wird, könne er allerdings noch nicht genau sagen.