Bruno Bär bietet eine breite Palette an Plüschtieren an. Foto: Gerlinde Ehehalt - Gerlinde Ehehalt

Lächeln gefällig? Kein Problem bei Bruno Bär. In dem Fachgeschäft in der Esslinger Küferstraße werden Teddybären seit mittlerweile 25 Jahren verkauft.

EsslingenEs ist Montagmorgen und eigentlich Ruhetag im Teddybären-Fachgeschäft in der Küferstraße. Doch als die Ladenklingel ertönt, öffnet Bruno Weber, alias Bruno Bär, die Tür des historischen Gebäudes und nimmt ein paar Pakete in Empfang. Mit strahlenden Augen öffnet der Ladeninhaber die Lieferung und präsentiert stolz seine „Bärbel“. Es ist eine Bärin mit hellem Fell, entschlossenem Gesichtsausdruck und in Schwarzwaldtracht mit dem traditionellen Bollenhut. Sie wird seit 2012 von Steiff exklusiv und in limitierter Auflage für Bruno Bär gefertigt. Die Idee zu dieser Figur kam Bruno Weber einst auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. „Ich ging auf den Verkaufsleiter zu und meinte, dass der Schwarzwaldbub doch auch ein Mädel braucht.“ Das leuchtete Steiff wohl ein und so durfte Bruno Bär einen Teddy mit Schwarzwaldmädel-Outfit entwickeln. „Das war ein wahrer Ritterschlag“, sagt Weber. Er bestellte 1500 Exemplare und freut sich, dass dieser Bär bis heute bei Sammlern gut ankommt. Mittlerweile sind von dieser Edition noch etwa 150 Stück übrig.

In seinem 50 Quadratmeter großen Laden bietet Weber die ganze Palette der Arche Noah an – riesige Pandas, Tiger, Schlangen, Katzen, Papageien, Hunde, Schweine und mehr. Es gibt auch kuriose Gestalten im Sortiment, einen Einstein-Teddy mit weißem Schnurrbart und Wuschelhaaren oder einen winzigen Teddy mit Bruno-Bär-Logo auf dem Bauch. „Jedes handgefertigte Exemplar hat seinen eigenen Gesichtsausdruck“, erklärt der Experte. Keines sei wie das andere. Weber hat sich in der Branche etabliert. Die Leute kommen gern in seinen Laden, um sich persönlich ein Plüschtier auszusuchen. „Kuscheltiere zaubern den Menschen ein Lächeln ins Gesicht“, schmunzelt Weber und erinnert sich an seine Geschäftsgründung: „Ich wollte schon immer Freude verkaufen, deswegen habe ich mich für Teddybären entschieden.“ Bis zum 30. Lebensjahr verkaufte er als Exportmanager eines schwäbischen Unternehmens Reinigungsgeräte. Anfangs wusste der in einem Dorf nahe Tuttlingen aufgewachsene Betriebswirt nur, dass er unbedingt den Sprung in die Selbstständigkeit wagen wollte. „Eine konkrete Idee fehlte.“

Es gab auch Problembären

Dann habe er bei einer Englandreise Teddy Bear Shops entdeckt und gedacht: „Das ist eine Marktlücke. Je ungewöhnlicher, desto besser.“ Er nannte sich Bruno Bär und boxte sein Vorhaben konsequent gegen jeglichen Widerstand durch. Es habe viele Skeptiker gegeben, sein Existenzgründungsberater riet strikt davon ab. Doch 1994 war es so weit: Bruno Bär eröffnete mithilfe eines Darlehens von etwa 150 000 Mark in der Esslinger Krämerstraße seinen ersten Laden. Nach Stationen im Dick-Areal und im Oberen Metzgerbach, ist er seit Mai 2018 mit seinem originellen Geschäft in der Küferstraße ansässig. Bruno Weber hat zwischenzeitlich einiges an Höhen und Tiefen erlebt. So gab es mal einen richtigen „Problembären“. Die Stadt Esslingen störte sich an dem lebensgroßen Teddy, der Bärenfans in die Seitenstraße locken sollte. Erst als die Medien über den „verbotenen Bären“ berichteten, wurde im Rathaus eine Lösung gefunden und Brunos Bär legalisiert.

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