Foto: Stadt Esslingen - Stadt Esslingen

Die großen Neckarquerungen sind in die Jahre gekommen und müssen mit Millionenaufwand saniert oder neu gebaut werden. Mehr als 100 Millionen Euro müssen investiert werden.

EsslingenEsslingen steht vor einer Herkulesaufgabe: Auf Dauer wird die Stadt drei ihrer wichtigsten Neckarquerungen – die Hanns-Martin-Schleyer-Brücke, die Vogelsangbrücke und die Adenauerbrücke – abreißen und neu bauen müssen. Und auch bei der Pliensaubrücke besteht Handlungsbedarf (siehe interaktive Karte).

Zuletzt war mit Blick auf alle vier Bauwerke von einem gesamten Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro die Rede. Dabei muss es nicht bleiben – nicht nur wegen der rasant wachsenden Baukosten. Bei der Adenauerbrücke lässt sich der genaue Kostenaufwand noch gar nicht genau beziffern, und auch bei kleineren innerstädtischen Brücken kann ganz rasch Handlungsbedarf entstehen, wie jüngst das Beispiel der Pulverwiesenbrücke zeigte: Die musste nach einer routinemäßigen Überprüfung erst gesperrt und dann in einer Hauruck-Aktion durch ein Behelfsbauwerk ersetzt werden.

Weil Investitionen in solchen Größenordnungen für eine Stadt wie Esslingen alleine kaum zu schultern sind, hat sich OB Jürgen Zieger schon vor geraumer Zeit beim Land für einen Sanierungsfonds stark gemacht, der Kommunen bei der Brückensanierung beziehungsweise beim Neubau vorhandener Straßen und Brücken finanziell entlasten soll. Erste Gelder fließen nun nach Esslingen: Zur derzeit laufenden Sanierung der Vogelsangbrücke steuert das Land 5,9 Millionen Euro bei, der Neubau der Schleyer-Brücke wird mit 5,1 Millionen Euro aus dem Sanierungsfonds gefördert.

Trotzdem bleibt an der Stadt ein großer Batzen hängen. Um die finanzielle Belastung für den Stadtsäckel etwas verträglicher zu gestalten, hat man sich im Rathaus entschlossen, zunächst die Vogelsangbrücke so weit wieder fit zu machen, dass sie verlässlich für weitere 15 bis 20 Jahre genutzt werden kann. Allein für die Sanierung sind 19,4 Millionen Euro veranschlagt – ein Neubau wird erheblich mehr kosten. Sobald die derzeit laufende Sanierung der Vogelsangbrücke abgeschlossen ist, soll die Hanns-Martin-Schleyer-Brücke abgerissen werden, weil sich von dort einiger Verkehr auf die Vogelsangbrücke verlagern wird. Die Adenauerbrücke will man erst nach 2024 in Angriff nehmen.

Die Esslinger sind mit den Sorgen um ihre Brücken nicht alleine. Auch anderswo sind Bauwerke dieser Art aus den 60er- und 70er-Jahren dem technischen Standard jener Zeit entsprechend in Spannbeton-Bauweise entstanden. Mittlerweile weiß man, dass sich diese Technik nicht für die Ewigkeit eignet und dass die Haltbarkeit solcher Bauwerke eng begrenzt ist.

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