Symbolischer Spatenstich zum Ausbau der Breitbandinfrastruktur in Weissach im Tal Foto: Netze BW

Weniger als zehn Prozent der Haushalte sind mit schnellem Internet versorgt. Das soll sich im Weissacher Tal bald ändern.

„Tschüss Kupfer, hallo Glas“ – so knapp fasst Netze BW das Versprechen zusammen, das Weissach im Tal in den kommenden Monaten eingelöst bekommen soll. Wie die EnBW-Tochter mitteilt, fällt der Startschuss für den Glasfaserausbau noch im September. 168 Hausanschlüsse sind geplant, getragen von Netze BW (Tiefbau, Leerrohre, Glasfaserleitungen) und NetCom BW (Netzbetrieb, Technik).

Beim symbolischen Spatenstich am vergangenen Montag zeigte sich Bürgermeister Daniel Bogner erleichtert: „Seit meiner Amtsübernahme im März 2022 kämpfe ich für schnelles Internet. Jetzt wird es Zeit, dass auch unsere Region eine leistungsfähige Breitbandversorgung bekommt.“

Breitband in Weissach bisher unter zehn Prozent

Dass es tatsächlich höchste Zeit ist, zeigen die Zahlen. Zwar liegt der Rems-Murr-Kreis im landesweiten Vergleich weit vorn: Laut Landratsamt stieg der Anteil gigabitfähiger Anschlüsse innerhalb eines Jahres von 32 auf 41,6 Prozent – Platz vier in Baden-Württemberg. Doch das glänzende Bild bekommt Risse, wenn man auf ländliche Gemeinden schaut. Weissach im Tal gehört wie Urbach oder Auenwald zu den weißen Flecken: weniger als zehn Prozent Abdeckung, während in Städten wie Fellbach schon großflächig Glasfaser liegt.

Nun also der Anlauf: Ein 17 Kilometer langer Trassenbau von Rottmansberg nach Mittelbrüden soll das Rückgrat für die künftige Datenversorgung bilden. „Dieses Projekt zeigt, wie viel möglich ist, wenn Partner ihre Kompetenzen bündeln“, betont Netze-BW-Kommunalberater David Schweiger.

Breitbandausbau im ländlichen Raum vorantreiben

Doch die Euphorie steht unter Vorbehalt. Denn während Weissach mit Netze BW einen verlässlichen Partner gefunden hat, stockt der eigenwirtschaftliche Ausbau im Kreis andernorts. Das Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ etwa hat seinen Baustart bereits auf 2026 verschoben – ein Rückschlag für viele Gemeinden, die auf schnelle Lösungen hoffen.

Für Weissach im Tal hingegen könnte der Spatenstich ein Befreiungsschlag sein. „Wir sind auf dem Weg in die digitale Gesellschaft“, so Bogner. Ob es gelingt, die digitale Kluft im Rems-Murr-Kreis zu verkleinern, wird sich daran entscheiden, wie viele Orte dem Beispiel folgen – und ob die Kabel nicht nur im Boden liegen, sondern auch Lichtgeschwindigkeit ins Dorf bringen.