Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, der für die Wiederwahl kandidiert, bei einer Wahlveranstaltung in Sao Paulo. Foto: Andre Penner/AP/dpa

Das Rennen um Brasiliens höchstes Staatsamt ist wieder offen - der populäre wie umstrittene Ex-Präsident feiert ein Comeback. Rückendeckung kommt auch aus anderen Parteien.

Brasília - Nach dem knappen Sieg des linken brasilianischen Ex-Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva in der ersten Runde der Präsidentenwahl hat die Demokratische Arbeitspartei (PDT) des Viertplatzierten Ciro Gomes Lula ihre Unterstützung zugesagt. "Wir haben die Entscheidung getroffen, denjenigen zu unterstützen, der uns am nächsten steht", sagte Parteichef Carlos Lupi, wie in einem Video in sozialen Netzwerken zu sehen war. Der rechte Amtsinhaber Jair Bolsonaro bedeute Rückschritt. Am 30. Oktober kommt es zur Stichwahl zwischen Lula und Bolsonaro.

PDT-Kandidat Gomes sagte in einem Video, er folge der Entscheidung seiner Partei. Für Dienstag wurde zudem eine Stellungnahmen der Sozialdemokraten (PSDB) erwartet, die die Drittplatzierte Simone Tebet unterstützt hatten. Die sozialliberale Kandidatin kam am Sonntag auf 4,2 Prozent der Stimmen, Gomes auf 3 Prozent.

Nach Einschätzung von Experten hatten potenzielle Wähler der beiden sich kurz vor dem ersten Durchgang für Bolsonaro entschieden. Der Amtsinhaber bekam am Dienstag unter anderem die Unterstützung des Gouverneurs des wichtigen Bundesstaates Minas Gerais, Romeu Zema. Die Politikwissenschaftlerin Luciana Veiga hatte der Zeitung "Folha de S. Paulo" gesagt: "Lula muss für die zweite Runde mehr denn je Allianzen schließen."