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Das multinationale Unternehmen Bosch, das im Jahr 1886 von Robert Bosch in Deutschland gegründet und seit dem Jahr 2012 von Volkmar Denner geführt wird, hat sich nun ganz klar für die „Distributed Ledger Technology“ (kurz: DLT) und auch für die Blockchain ausgesprochen. Für Bosch handelt es sich bei der DLT um einen wesentlichen Bestandteil für das sogenannte „Internet of Things“, das „Internet der Dinge“.

Kann der Mensch bald ersetzt werden?

Bosch ist davon überzeugt, dass Distributed Ledger Technologien - inklusive der Blockchain - zu Schlüsseltechnologien werden können; vor allem auch dann, wenn es um das Internet der Dinge geht. Dabei setzt das multinationale Unternehmen auf eine Technologie, die in den letzten Jahren für ordentlich viel Aufsehen gesorgt hat. Die Blockchain, die man, sofern man das Wort übersetzt, auch „Blockkette“ bezeichnen kann, wurde zum ersten Mal wegen dem Bitcoin, der Mutter aller Kryptowährungen, bekannt. Dabei geht es um eine dezentrale Verschlüsselungstechnik, die ganz ohne eine zentrale Institution auskommt.

Distributed Ledger Technologie könnte als „verteiltes Kontobuch“ übersetzt werden. Die Funktionsweise: Eine zentrale Institution, so beispielsweise die Bank, führt Kontobücher der Kunden; bei DLT handelt es sich aber um Kontobücher, die nicht von einer Stelle geführt werden, sondern öffentlich und dezentral geführt sind. Es geht um keine zentrale Speicherung von Daten, sondern um eine Verteilung.

Beziehen sich die Daten der - beispielsweise - Bitcoin-Inhaber aufeinander, das heißt, ein Block enthält automatisch den Verschlüsselungscode des nächsten Blocks, so entfällt hier die zentrale Institution. Das System kontrolliert sich somit selbst; das Netzwerk hat somit die Aufgaben übernommen, die früher noch von der Bank übernommen werden mussten.

Das bedeutet, die Geräte könnten sich auch zweifelsfrei ausweisen und zudem auch miteinander kommunizieren und in weiterer Folge auch Handlungen setzen - der Mensch würde also in manchen Bereichen tatsächlich überflüssig werden. „In der Zukunft werden die Dinge nicht nur kommunikativ vernetzt sein, sondern sie werden auch in der Lage sein, miteinander Geschäftsbeziehungen zu pflegen“, so der Bosch-Chef Volkmar Denner.

Boschs Vision vom zukünftigen Aufladen eines Elektroautos

Von Seiten des Unternehmens wurden bereits zahlreiche Beispiele genannt, in denen sodann die Technik zum Einsatz kommen soll. Bosch arbeitet aktuell mit Energieversorger EnBW zusammen - das Ziel? Man will Fahrern von Elektroautos eine neue Bezahlform im Zuge des Tankvorgangs anbieten. In Zukunft soll die Ladesäule dann in Echtzeit diverse und vor allem auch transparente Preismodelle anbieten - das Auto entscheidet sich dann am Ende selbst für die günstigste Variante.

Die Bezahlung soll dann ebenfalls „vollautomatisch“ erfolgen - und zwar über die Blockchain. Empfiehlt das Auto übrigens dem Fahrer eine Ladesäule, so wird natürlich auch darauf geachtet, ob sich in der Umgebung etwa auch ein Café oder Spielplatz befindet, sofern der Kunde Kaffeetrinker oder mit seinen Kindern unterwegs ist.

Selbst beim Parken soll die Blockchain bald eine nicht mehr wegzudenkende Hilfe sein. Hier plant Bosch ein „intelligentes Parkmanagementsystem“, das natürlich ebenfalls auf der Blockchain-Technologie basieren soll. Sucht der Autofahrer etwa einen Parkplatz, so ist das System an der Reihe, das in naher Umgebung den besten Preis für einen Parkplatz verhandeln soll. Direkt an der Schranke wird das Fahrzeug dann identifiziert. Das Ziel? Der Schranken öffnet sich automatisch - der Fahrer muss somit kein Ticket mehr vom Automaten ziehen. Wird der Parkplatz verlassen, so rechnet das System die entstandenen Parkgebühren vollautomatisch ab, da die Geräte untereinander kommunizieren und auch einander das Vertrauen schenken.

Die neuen Projekte sollen bald realisiert werden

Klingt alles nach einem Science Fiction-Film aus Hollywood? Im ersten Moment scheinen die Pläne noch absolut unrealistisch zu sein, doch es wird mitunter nicht mehr viel Zeit vergehen, bis die - aktuell nur in der Theorie verfügbaren - Vorteile der Blockchain wie auch Distributed Ledger Technology zum Einsatz kommen werden.

Wer jetzt, so etwa wie Bosch, auf den Zug aufspringt, hat durchaus gute Chancen, schon von Anfang an ein Teil der Erfolgsgeschichte zu werden; Kritiker und Skeptiker müssen hingegen befürchten, dass, sofern sie nicht mit der Zeit gehen, mit der Zeit gehen werden.

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