Jetzt tanzen die Ziegen aus Cortenstahl auf der Verkehrsinsel in Deizisau.

Rückwärtsgewandt, nicht zu einer modernen Gemeinde passend, so hatte die EZ vor eineinhalb Jahren den Vorschlag zerrissen, den neuen Kreisel vor dem Deizisauer Rathaus mit tanzenden Ziegenböcken zu schmücken. Doch von einem Zeitungsredakteur – auch wenn er mittlerweile halber Deizisauer geworden ist – ließen sich die Ureinwohner ihre Lust auf Bocksprünge nicht verderben. Zum alten Deizisauer Lied – es erzählt vom Ziegenbock, der mit seiner Frau im Unterrock tanzt – dichteten sie nochmals drei Strophen dazu. Für den Festzug ließen sie T-Shirts mit Ziegenbock-Bild drucken und die Kinder liefen als Zicklein verkleidet durch die Straßen. Und der Bürgermeister bereitete zum Jubiläumsfest – 750 Jahre Deizisau – ganz geheim das Jubiläumsbier vor: ein Bockbier unter dem Namen „Ziegenböckle“, natürlich mit Bild vom bärtigen Geißbock. Da kann man nur den Hut ziehen und schreiben: Deizisauer, Ihr seid bockstark!

Jetzt tanzen die Ziegen aus Cortenstahl auf der Verkehrsinsel. Abends werden sie von beiden Seiten angestrahlt, ein echter Hingucker und ein unverwechselbares Erkennungszeichen. Hoffentlich lassen sich die Autofahrer nicht zu sehr ablenken, sonst bockelt’s. Im Gegensatz zum ersten Entwurf sind die Ziegenpaare künstlerisch deutlich anspruchsvoller. Bürgermeister Matrohs hat nämlich, nachdem Zeitung und einige Bürger so fundamental gestänkert haben, den Entwurf nochmals überarbeiten lassen. Letztlich hat es sich also gelohnt: Das Gemecker auf der einen Seite, die Mischung aus Bockigkeit und Offenheit auf der anderen.

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