Wenn der Blick nicht täuscht, scheint es Sebastian Flörchinger trotz Siegerstrauß noch nicht richtig glauben zu können, dass er die Altbacher Bürgermeisterwahl gewonnen hat. Foto: Philipp Braitinger

Der Altbacher Rathauschef Martin Funk muss sich nach einer neuen Stelle umsehen. Sein Herausforderer Sebastian Flörchinger gewann überraschend die Bürgermeisterwahl.

Mit dem Superlativ „Sensation“ sollte man als Journalist eher sparsam umgehen: Was den Ausgang der Altbacher Bürgermeisterwahl an diesem Sonntag angeht, muss aber zumindest von einer „dicken Überraschung“ gesprochen werden.

Sebastian Flörchinger, der als Herausforderer angetreten war, hat das Rennen gemacht. Für den in Altbach lebenden und bis jetzt noch bei einem großen Automobilunternehmen als Teamleiter im Bereich IT und Digitalisierung beschäftigten 42-Jährigen sprachen sich 54,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler aus.

Von „Amtsbonus“ kann keine Rede sein

Der bisherige Rathauschef Martin Funk kam auf lediglich 45,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, was einer dicken Klatsche gleichkommt. Vom klassischen „Amtsbonus“ konnte also mitnichten die Rede sein. Funk, der ebenfalls 42 Jahre alt ist, wird sich nach seiner ersten Altbacher Amtszeit demzufolge beruflich neu orientieren müssen.

Flörchinger, der einen ruhigen, ausgesprochen besonnenen und sehr direkten Wahlkampf gemacht hatte, war zwar keineswegs als „Spaßkandidat“ einzustufen. Dass er mit seiner offenen Art und dem Versprechen, die Neckartalgemeinde gemeinsam mit der Verwaltung, dem Kommunalparlament sowie nicht zuletzt der Bevölkerung voranzubringen, derart überzeugen würde, war aber nicht unbedingt zu erwarten.

Wahlbeteiligung liegt bei 46,6 Prozent

Dass der vermeintliche Außenseiter, wie das in solchen Fällen hin und wieder der Fall ist, von einer extrem schwachen Wahlbeteiligung profitiert hätte, kann ebenfalls nicht behauptet werden. Mit 46,6 Prozent lag diese zwar unter der 50-Prozent-Marke. Für eine Bürgermeisterwahl ist diese Quote aber keineswegs als ausgesprochen niedrig einzustufen.

Dem Gemeindewahlausschuss obliegt es nun - an diesem Montag von 17 Uhr an - aus dem vorläufigen Endergebnis, das amtliche Endergebnis zu machen.