Hält zusammen ganz ohne Schrauben: der zerlegbare Hocker von Patrick Rothweiler Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Blickfang-Designmesse startet am Freitag, 14. März. Auch lokale Aussteller präsentieren drei Tage lang auf einer Sonderfläche Kreationen aus ihren Ateliers.

Er ist ein echter Stuttgarter: „The Hocker“ stammt aus „The Länd“. „Hocker klingt ja nicht besonders chic“, sagt sein Erfinder Patrick Rothweiler schmunzelnd. Deshalb hat er sich den Baden-Württemberg-Slogan umgedichtet. Auf der Blickfang-Designmesse ist Rothweiler von Freitag bis Sonntag, 14. bis 16. März, in der Liederhalle mit seinen funktional fast grenzenlos verwendbaren Hockern aus Multiplexholz vertreten.

Seine Kunden und Kundinnen können das Sitz-/Tischchenmöbel als flaches, 2,7 Kilogramm schweres Paket mit nach Hause tragen. Denn das kleine Möbelstück kann sich fast unsichtbar machen, wenn es nicht gebraucht wird. Ohne Schrauben, ohne Ösen lassen sich die runde Sitzfläche und die beiden Elemente, die sie dank Magneten sicher halten, zu einem flachen Etwas zusammenstecken, das in jeder Wohnung dezent verschwinden kann, wenn „The Hocker“ Pause hat.

Das preisgekrönte Multitalent

„Er wird gerne auch als Tischchen im Außenbereich oder als Hocker für Topfpflanzen verwendet. Auch für Workshops ist er geeignet oder als platzsparende Sitzgelegenheit im Camper“, weiß Rothweiler, der von Haus aus Werkzeugmacher und Architekt ist. Seine Leidenschaft gehört mittlerweile den Möbeln, und für „The Hocker“ baut er derzeit sozusagen einen Überhocker, in dem acht kleine Hocker zusammengeklappt Platz finden. Das ist interessant für Büros und Bildungseinrichtungen, die die Möbel in größerer Zahl bei Veranstaltungen verwenden wollen. Für sein kleines Multitalent, das die Höhe eines Stuhles hat, bekam Rothweiler im vorigen Jahr den internationalen Designpreis Focus open. In Waiblingen lässt er den Hocker produzieren, und der wird so fein geschliffen, dass er niemals der Verursacher von Laufmaschen sein kann.

Porzellan puristisch und elegant

Schön anzusehen auf „The Hocker“ wären auch die Porzellanvasen, Becher und Schalen aus dem Atelier von Kerstin Hey: weiß mit strahlend kobaltblauen Klecksen, Sprengseln und Pinselstrichen. Wie sich die Bemalung mit dem japanischen Hake-Pinsel letztlich beim ersten Brand entfaltet, ist immer eine Überraschung. In ihrem Haus hat sich Kerstin Hey ein Atelier eingerichtet. An allen Wänden stehen unzählige weiße Porzellanrohlinge, die auf ihre Bemalung und den Brand im Ofen warten. Den beheizt Kerstin Hey mit ihrer eigenen Photovoltaikanlage. „Ich warte da immer auf Sonnentage, dann erst kann es losgehen“, sagt sie. Dass die Ärztin ihre Porzellanobjekte und Gebrauchsgegenstände als Hobby anfertigt, ist kaum zu glauben. Eine ihrer professionell gestalteten Vasen schaffte es bis in eines der Meisterhäuser in der Heimatstadt des Bauhauses, nach Dessau. Seitdem sie ihre Arbeitszeit reduziert hat, verbringt sie ihre Freizeit im Atelier und lernt unermüdlich auf Lehrgängen und Fortbildungen dazu.

Die Hubel mit der Porzellanerde holt sie selbst beim Händler und wuchtet die schweren Pakete die steile Treppe in ihre Werkstatt hinunter. In den Porzellankreationen, die im fertigen Zustand so luftig und elegant wirken, steckt viel Körperkraft. Denn die Porzellanerde, bestehend aus Kaolin, Feldspat und Quarzsand, muss erst einmal kräftig geschlagen werden, damit alle Lufteinschlüsse eliminiert werden. Die würde man am fertigen Produkt sehen.

Vase in der Bauhausmetropole

Wer selbst an der Drehscheibe ein Objekt entstehen lassen will, kann dies bei Kerstin Hey lernen, denn sie bietet Workshops an. Bei der Blickfang ist sie wie Patrick Rothweiler zum zweiten Mal auf der Präsentationsfläche für die lokalen Aussteller zu finden.

Die Blickfang-Designmesse bietet in diesem Jahr gleich sieben Sonderschauen: Neben den lokalen Ausstellern gibt es unter anderem einen Schwerpunkt zu Küchen und einen Blick nach Japan. Und der Landesfachverband Schreinerhandwerk Baden-Württemberg zeigt seine preisgekrönten Gesellenstücke.

Blickfang-Designmesse: Liederhalle, Berliner Platz. Öffnungszeiten: Freitag, 14. März, von 12 bis 20 Uhr; Samstag, 15. März, von 11 bis 19 Uhr und Sonntag, 16. März, von 11 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 14 Euro (12 Euro ermäßigt). Der Eintritt für alle drei Tage kostet 25 Euro. Ticketbestellung und alle weiteren Informationen unter https://blickfang.com/designmesse/blickfang-stuttgart/