Donald Trump kritisiert die Bemalung der Fifth Avenue. Foto: AP/Morry Gash

Der US-Präsident ist nicht angetan von dem Plan, „Black Lives Matter“ in fetten Buchstaben auf die Straße vor seinem Trump Tower in Manhattan zu schreiben. Der Bürgermeister von New York wirft Trump vor, den Schriftzug „mit Gewalt“ gleichzusetzen.

New York - US-Präsident Donald Trump hat die geplante Bemalung der Straße vor seinem nach ihm benannten Wolkenkratzer in New York mit dem Schriftzug „Black Lives Matter“ kritisiert. Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio wolle „die berühmte & wunderschöne Fifth Avenue, direkt vor Trump Tower/Tiffany, mit einem großen gelben Black-Lives-Matter-Zeichen bemalen“, teilte Trump am Donnerstag bei Twitter mit.

Trump verwies auf einen angeblichen Protestruf, der sich auf „die Tötung von Polizei“ beziehe, den er der Bewegung Black Lives Matter („Schwarze Leben Zählen“) zuschrieb. „Polizisten von NYC sind wütend!“, war in dem Tweet zu lesen. Der angebliche Protestruf „Pigs in a Blanket, Fry ‚Em Like Bacon“, den Trump zitierte, ist bei Protesten in New York und an anderen Orten nach dem Tod des Schwarzen George Floyd vor einem Monat in Polizeigewahrsam in Minneapolis kein häufiger gewesen.

Bürgermeister widerspricht Trump

De Blasio antwortete Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) bei Twitter, „nur verbogene Köpfe setzen die Worte Black Lives Matter mit Gewalt gleich. Es ist eine Bewegung, um die Leben von Schwarzen anzuerkennen und zu schützen“, teilte de Blasio mit.

Die New Yorker Stadtregierung hatte am Mittwoch angekündigt, dass die Parole „Black Lives Matter“ in fetten Buchstaben auf die Straße vor dem Trump Tower in Manhattan geschrieben werde. Die erste derartige, einen Häuserblock lange Botschaft in New York wurde auf einer Straße im Stadtteil Brooklyn festgehalten. Behördenvertreter in Washington hatten den Slogan auch auf eine Straße zum Weißen Haus geschrieben.

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„Der Präsident ist eine Schande für die Werte, die wir in New York City schätzen“, teilte de Blasios Sprecherin Julia Arredondo mit. „Er kann nicht die Realität, der wir gegenüberstehen, steuern oder leugnen, und jedes Mal, wenn er den Ort betreten will, den er als seine Heimatstadt angibt, sollte er daran erinnert werden, dass Schwarze Leben Zählen.“

Die Arbeit an der Straßenbotschaft vor dem Trump Tower werde in der kommenden Woche beginnen, teilte Arredondo mit. Trump wohnte vor seiner Präsidentschaft in dem Hochhaus. Seitdem hat er dort wenig Zeit verbracht. Im vergangenen Jahr verlegte er seinen offiziellen Wohnsitz nach Florida.

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