Der vierköpfige Volksbank-Vorstand steht vor einer Verkleinerung: Martin Riegger (rechts) geht in den Ruhestand Foto: Paul Link

Trotz der konjunkturellen Dellen konnte die Volksbank 2025 mehr Kredite und Kundeneinlagen verbuchen. Im Vorstand stehen Veränderungen bevor.

Die Vereinigten Volksbanken blicken auf ihr Geschäftsjahr 2025 zurück – und zeigen sich durchaus zufrieden. Auf ihrer Bilanz-Pressekonferenz am Freitag in Böblingen präsentierten die Verantwortlichen Zahlen, die trotz aller konjunkturellen Risiken in eine Richtung zeigen: nach oben. Trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds konnte die Bank ihre Bilanzsumme auf 5,709 Milliarden Euro steigern, wie der Vorstandsvorsitzende Jörg Niethammer sagt. Getrieben durch die Kundeneinlagen und die Mitgliederzahl kletterte sie auf einen Rekordstand.

Vorstand Martin Riegger konnte von einem soliden Plus berichten: Ein klares Signal für die Dynamik in der Region sei der Zuwachs bei den Kundenforderungen, die um 139 Millionen Euro anwuchsen. Auch die gewerblichen Kredite zeigten eine spürbare Belebung und steuerten 190 Millionen Euro zum Gesamtvolumen bei – ein Indikator für Investitionen der heimischen Unternehmen. Das gesamte Kundenkreditgeschäft wuchs auf über 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Baufinanzierungen zogen an: Immobilienkredite in Höhe von 590 Millionen Euro stehen in der Bilanz.

Höhere Dividende von 2,5 Prozent

Die Passivseite spiegle das wachsende Vertrauen der Sparer wider: Die Einlagen der Kunden erhöhten sich um 107 Millionen Euro. Allein auf Tagesgeldkonten flossen zusätzliche 154 Millionen Euro – ein Effekt des wieder attraktiveren Zinsniveaus. Das Eigenkapital der Bank wurde aus dem Jahresabschluss heraus um weitere 20 Millionen Euro gestärkt. Die Vereinigten Volksbanken werden ihrer Vertreterversammlung daher eine etwas höhere Dividende von 2,5 Prozent vorschlagen. Die erfolgreiche Verschmelzung mit der VR-Bank eG Magstadt-Weissach habe zudem bereits erste positive Kosteneffekte gezeigt.

Im Bereich der Fondsanlagen und Wertpapiere, die bei den Kunden immer stärker nachgefragt werden, stieg das Volumen über die Verbundpartner. Das gesamte betreute Kundenvolumen erreichte 12,8 Milliarden Euro. Allerdings ging die Nachfrage bei den Bausparverträgen zurück – „das sehen wir aber derzeit branchenweit“, sagte Jörg Niethammer. Im Kerngeschäft des großen Bankverbunds stehen die Zeichen allerdings auf Wachstum.

Setzt auf Zufrieden von Kunden und Mitarbeitern: Vorstand Jörg Niethammer Foto: Stefanie Schlecht

Als stellvertretender Vorstandsvorsitzender berichtet Thomas Krätschmer, dass der Zinsüberschuss auf 95,4 Millionen Euro angewachsen sei, ein Plus von 3,9 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss verblieb mit 41,1 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Die Bank wächst „aus eigener Kraft“, betonte Vorstandsmitglied Niethammer und hob hervor, dass neben den reinen Geschäftszahlen auch strategische Kennzahlen entscheidend seien.

Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit steigt

Vorständin Anette Rehorsch-Hartmann konkretisierte: Die Bank richte ihren strategischen Fokus auf Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Marktanteile. Die Kundenzufriedenheit konnte leicht verbessert werden, wobei 62 Prozent der Befragten sich „sehr zufrieden“ oder „vollkommen zufrieden“ über das Geldhaus äußerten.

Besonders erfreulich sei aber die gestiegene Mitarbeiterzufriedenheit, sagt sie: Die Fluktuation liegt hier deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Genossenschaftsbanken.

„Neben den Geschäftszahlen zählt für uns auch die Kundenzufriedenheit.“

Jörg Niethammer, Vorstandsvorsitzender

Über 1000 neue genossenschaftliche Mitglieder konnten gewonnen werden, wodurch die Gesamtzahl auf 86 295 anstieg. Als regionaler Partner engagiert sich die Bank außerdem für das Gemeinwesen: In Summe 353 840 Euro wurden an Fördergeldern ausgeschüttet. Die Generationenberatung erfreut sich zudem einer wachsenden Nachfrage: Immer mehr Menschen nähmen die Beratung bei Vermögensübertragung und Vorsorge in Anspruch. Der Vorstand blickt demnach mit Zuversicht in die Zukunft und plant Investitionen in moderne Arbeitsplätze und seine Standorte: Die Hauptstelle in Böblingen, die bereits 30 Jahre alt ist, erhält eine umfassende Erneuerung. Die Fassade ist „fällig“, so Niethammer, und die Ertüchtigung des Gebäudes werde im März dieses Jahres beginnen. Das Projekt soll rund zwei Jahre dauern und notwendige Umzüge der Mitarbeiter mit sich bringen. Diese könnten zum Teil auf Interimsquartiere an den Bank-Standorten ausweisen.

Eine wichtige personelle Veränderung steht außerdem bevor: Martin Riegger wird Ende März 2026 in den Ruhestand treten. Seine „außerordentliche Expertise in der Bankwirtschaft“ wurde dabei besonders gewürdigt. Der Vorstand wird danach, wie bereits länger geplant, auf drei Mitglieder reduziert, deren Zuständigkeiten dann auf die verbleibenden Vorstände verteilt werden. Auch der Aufsichtsrat wurde bereits von 18 auf 15 Mitglieder verkleinert.

Kunden breit gestreut im Mittelstand

Interessant dabei: „Die Kunden der Volksbanken zeigten eine geringere Abhängigkeit vom Autozuliefererbereich, als man vielleicht annehmen würde“, sagt Krätschmer. Dementsprechend spüre die Bank die konjunkturellen Dellen im Automobilbereich eher schwach. Im regionalen Vergleich verzeichnete Reutlingen das stärkste Wachstum im Gewerbebereich, was eine generelle Tendenz zur stärkeren Entwicklung in städtischen Gebieten widerspiegelt.

Bei Baufinanzierungen hingegen sind die ländlichen Bereiche stärker gewachsen als die Städte. Der Markt für Gebrauchtimmobilien erholt sich langsam und die Preise zögen hier wieder an. Im Neubau hingegen bleibt die Aktivität aufgrund hoher Preise und einer geringeren Nachfrage, die sich auf wenige Bauträger konzentriert, verhalten.

Die wichtigsten Eckdaten

Die Bilanzsumme
der Vereinigten Volksbanken wächst um 190 Millionen Euro auf 5,709 Milliarden Euro, der Zinsüberschuss um 3,9 Millionen auf 95,4 Millionen Euro.

Die Mitglieder
Die Zahl der genossenschaftlichen Mitglieder wächst um über 1000 auf 86 295. Vertreter von ihnen stimmen auf der Versammlung über den Jahresabschluss ab.

Die Dividende
Nach einer Verzinsung des eingelegten Kapitals 2025 in Höhe von 2,0 Prozent schütten die Vereinigten Volksbanken nun 2,5 Prozent aus.