Für Erik Thommy „gibt es in unserem aktuellen System eigentlich keine Position“ Foto: dpa - dpa

Der VfB Stuttgart spielt seit Wochen mit dem gleichen Personal. Wer kommt zurück vom Abstellgleis und darf beim VfB wieder mitspielen?

StuttgartGroße Überraschungen hielt die Aufstellung von Trainer Markus Weinzierl in den vergangenen Wochen nicht bereit. Die Mannschaft hatte sich halbwegs stabilisiert, also sah sich der 44-Jährige zu keinen durchgreifenden Änderungen genötigt. Vor dem Spiel des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag (15.30 Uhr) stellt sich die Situation anders dar: Santiago Ascacibar kehrt nach seiner Gelbsperre zurück, Christian Gentner und Gonzalo Castro fallen verletzt aus.

Außerdem bietet das Kellerduell das Szenario, dass der VfB das Spiel gestalten, es unbedingt gewinnen muss. Was auf eine grundsätzlich offensivere Herangehensweise schließen lässt. Die angriffsfreudigste Variante wäre eine Doppelspitze Nicolas Gonzalez/Mario Gomez mit Daniel Didavi im Rücken. Setzt Weinzierl auf Sicherheit, stünde die Rückkehr von Timo Baumgartl in die Innenverteidigung bevor. Benjamin Pavard wäre dann die erste Alternative als Sechser. Oder Weinzierl bleibt sich treu und verändert so wenig wie möglich. Dann käme Dennis Aogo anstelle von Castro zurück ins Spiel. Der frühere Nationalspieler, dessen Vertrag ausläuft, kam zuletzt nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus, könnte nun aber in die Startelf rücken. Für alle anderen aus dem Club der Abgehängten heißt es wohl auch am Samstag wieder: Ihr Platz ist auf der Bank oder Tribüne.

Pablo Maffeo (acht Spiele/kein Tor): Der Spieler mit der schwächsten Laufleistung aller VfB-Profis (auch im Training) ist die Enttäuschung der Saison. Maffeo unternimmt keine Anstalten, Weinzierl von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Folgerichtig tauchte er in der Rückrunde noch nicht einmal im Kader auf. Bei einem entsprechenden Angebot werden sich die Wege des Neun-Millionen-Euro-Einkaufs und dem VfB im Sommer wohl trennen.

Borna Sosa (acht Spiele/kein Tor): Im Kampf gegen den Abstieg vertraut Weinzierl auf der linken Abwehrseite lieber auf Emiliano Insua. An ihm weiß er, was er hat. Anders als bei Wundertüte Sosa, der hinter sein erstes Jahr in Stuttgart am liebsten schnell einen Haken machen würde. Im Sommer besteht im Interesse von Sportvorstand Thomas Hitzlsperger die Chance auf einen Neustart.

Holger Badstuber (acht Spiele/kein Tor): Der 30-Jährige schaffte es zuletzt nur noch selten in den Kader. In Marc Oliver Kempf, Benjamin Pavard und Ozan Kabak hat sich ein Innenverteidiger-Trio eingespielt. Dahinter kommt Baumgartl. Badstubers Problem ist das hohe Tempo in der Bundesliga. Es dürfte spannend zu sehen sein, von welchem Club im Sommer Angebote kommen – und wie der frühere Bayern-Profi reagiert. Sein Vertrag läuft noch bis 2021.

Erik Thommy (18 Spiele/ein Tor): „Für ihn gibt es in unserem aktuellen System eigentlich keine Position“, sagt Weinzierl über den Mittelfeldspieler. Der Coach vertraut lieber auf die Winter-Zugänge Alexander Esswein und Steven Zuber. Zuber ist torgefährlicher, Esswein zweikampf- und defensivstärker als Thommy. Dem 24-Jährigen behagt seine Rolle als Bankdrücker sichtbar wenig.

Anastasios Donis (18 Spiele/drei Tore): Der Stürmer ist die personifizierte Ich-AG. Als er gegen Hoffenheim nicht im Kader stand, hielt es der 22-Jährige nicht für nötig, das Spiel von der Tribüne aus anzusehen. Ego-Trips gefallen Weinzierl überhaupt nicht, weshalb er das Risiko in Kauf nimmt, Donis außen vor zu lassen. Obwohl er weiß: Der Angreifer kann Spiele alleine entscheiden.

Chadrac Akolo (14 Spiele/kein Tor): Beim Stürmer aus dem Kongo reicht das Talent allein nicht aus. Zumindest nicht, um sich in einem instabilen Umfeld wie in Stuttgart durchzubeißen und weiterzuentwickeln. Weinzierl vertritt die Ansicht, dass der 24-Jährige s noch mehr an sich arbeiten könnte. In der Sturm-Reserve gibt er deshalb eher noch Donis den Vorzug.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: