Alexander Huber ist einer von zehn Mitgliedern der Genossenschaft, die den neuen Genussmarkt gebaut hat. Foto: Markus Brändli

Neben der Panorama Therme und dem Wohnmobil-Stellplatz in Beuren ist der neue Genussmarkt eröffnet worden. Landwirte verkaufen ihre lokalen Produkte.

Sekt, Wein und Hochprozentiges, Eier, Nudeln, Fleisch, Käse und Wurst zählen zum breiten Angebot, das der neue Genussmarkt in Beuren zu bieten hat. Neun Landwirte haben gemeinsam mit der Gemeinde Beuren eine Genossenschaft gegründet und diesen von ihnen verwalteten Selbstbedienungsladen bauen lassen, in dem sie an prominenter Stelle regionale Produkte anbieten.

„Das ist ein Erfolg für uns alle und wir sind eine gute Mischung aus Kleinerzeugern und Vollerwerbslandwirten“ erklärt Alexander Huber von der gleichnamigen Edelbrennerei aus Beuren. Der Familienbetrieb hat Hochprozentiges genauso in die Regale gestellt wie Apfelschorle unter dem Label Albgemacht. Neben der Panoramatherme Beuren steht der neue Containerbau, in dem rund 40 Lieferantinnen und Lieferanten ihre regionalen Lebensmittel und Dekoartikel feilbieten und dabei Ausflügler, Wohnmobil-Touristen und Badegäste im Blick haben.

Regionale Lebensmittel für Wanderer, Badegäste, Touristen und Ausflügler

Nur was aus einem Umkreis von 30 Kilometern stammt und selbst erzeugt ist, kommt bei den Genossen in den unbemannten Laden, der täglich von sieben bis 23 Uhr geöffnet ist. „Bei Obstbränden und Weinen sowie beim Käse sind wir gut ausgestattet“, sagt der Vorsitzende Martin Schnerring vom Beurener Haldenhof, der vor allem mit Eiern, Nudeln und Käse vertreten ist.

Die Genossen haben auch ein Logo für ihren Genussmarkt entwerfen lassen. Foto: Markus Brändli

„Hier könnte ihr Produkt stehen“, ist auf einem Schild an einem leeren Regal zu lesen und tatsächlich bietet der Laden noch Platz für das ein oder andere regionale Lebensmittel wie Milcherzeugnisse oder Gewürze zum Beispiel. „Wir wollen den Betrieben im Ort keine Konkurrenz machen“, erklärt Schnerring, der sich freut, dass ab Mitte Januar auch Backwaren der Bäckerei Walter aus Beuren das Sortiment ergänzen werden.

Neben der Panorama-Therme und dem Wohnmobil-Stellplatz

„Für den Einzelnen wäre es nicht möglich, so etwas auf die Beine zu stellen. Das Ergebnis ist der Wahnsinn“, lobt Christiane Rometsch den neuen Genussmarkt. Zusammen mit ihrem Ehemann Florian bewirtschaftet die zweite Vorsitzende der Genossenschaft im Nebenerwerb erst seit wenigen Jahren fünf Hektar Streuobstwiesen und stellt aus dem Obst dieser Bäume verschiedene Säfte her. Im Genussmarkt verkaufen sie außerdem Honig.

Stolz ist auch der Bürgermeister. An dem Standort neben der Panorama Therme und dem Wohnmobilstellplatz könne man nun Badegäste und Touristen gleichermaßen gut erreichen, sagte Daniel Gluiber. Das Grundstück habe die Gemeinde per Erbpacht zur Verfügung gestellt. Den Genussmarkt betrachtet auch Gluiber nicht als Konkurrenz sondern als Ergänzung für die örtlichen Betriebe und über allem stehe die Förderung der „schönen Kulturlandschaft“, die die Landwirte dank ihrer Bewirtschaftung erhalten.

Am Fuß der Schwäbischen Alb erhalten Landwirte die Kulturlandschaft

Destillate, Liköre, Sirup sowie Birnen Perlmost (Secco, Cider, Perry) und Dosenwurst steuert Norbert Hartlieb aus Beuren bei, der den geschützten Ladenbereich für Spirituosen im neuen Genussmarkt zeigt. Hier erhält nur Zutritt, wer mindestens 18 Jahre alt ist und sich elektronisch ausweisen kann.

Auch Andi Buck, der außerdem in der Ortsmitte in seinem Hofladen viele Produkte von seinen Waldschafen, Fleisch, gerauchte Schinkenwurst, Rote, Dosenwurst bis zum Fertiggericht und Schafwollpellets sowie Säfte von den Streuobstwiesen verkauft, sieht den neuen Selbstbedienungsladen als gute Sache an. „So einen Platz bekommt man nicht allein“, zeigt sich der Vollerwerbslandwirt überzeugt.

„Hier ist die beste Wertschätzung für unsere Produkte“, erklärt außerdem Jürgen Pfänder, der Vorsitzende der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck über die willkommene zusätzliche Möglichkeit der Direktvermarktung, bei der für die Erzeuger ohne Umweg über den Einzelhandel ein größerer Teil der Einnahmen hängen bleibt.