Der Lichtenwalder Gemeinderat erhöht die Elternbeiträge moderat. Steigende Kosten, unter anderem für Personal, zwingen zum Handeln.
Die Eltern der Lichtenwalder Kindergartenkinder werden ab September etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit beschlossen, die Gebühren etwas zu erhöhen, um die stark gestiegenen Kosten ein wenig abzufedern. Allerdings wird die Gebührenerhöhung auf zehn Prozent gedeckelt. Die Rabatte für Familien mit mehreren Kindern werden leicht gesenkt.
Die hohe Inflation und steigende Personalkosten bereiten den Kommunalverwaltungen in allen Bereichen Kopfzerbrechen. Bei den Gebühren für die Kindertageseinrichtungen bekommen das auch die Familien zu spüren. „Wir haben es mit einigen Herausforderungen zu tun“, sagte Lichtenwalds Gemeindekämmerer Steffen Mayer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, bei der sich das Gremium mit der Festlegung der Elternbeiträge für die kommenden beiden Kindergartenjahre beschäftigte.
Knapp zwölf Prozent der Kosten werden über Gebühren gedeckt
So würden allein die Personalkosten von derzeit noch 1,2 Millionen Euro auf rund 1,5 Millionen Euro im Jahr 2025 steigen. „Allein das macht eine Kostensteigerung von 40 Euro pro Kind und Monat aus“, rechnete Mayer vor. Der Gesamtaufwand für die drei Einrichtungen in der Gemeinde beträgt aktuell etwas mehr als 1,9 Millionen Euro pro Jahr. Laut den Empfehlungen der kommunalen und kirchlichen Spitzenverbände in Baden-Württemberg sollen die Kosten zu 20 Prozent durch Elternbeiträge abgedeckt werden. In Lichtenwald wird der Aufwand allerdings nur zu 11,8 Prozent über Gebühren finanziert, „mit sinkender Tendenz“, berichtete Mayer. Dies hatte im vergangenen Jahr zu einem Defizit von rund einer Million Euro geführt, für das laufende Haushaltsjahr wird mit mehr als 1,1 Millionen Euro gerechnet.
Dazu erhalten Familien, in deren Haushalt Kinder unter 18 Jahren leben, Nachlässe mit sozialer Staffelung bei den Elternbeiträgen. So erhalten Familien mit zwei Kindern rund 25 Prozent Rabatt, bei drei Kindern beträgt der Nachlass 50, bei vier Kindern 80 Prozent. Insgesamt bezahlen nur 17 Prozent der Eltern den vollen Beitrag.
Zur Neukalkulation der Gebühren hatte die Gemeinde den Fachberater Peter Heyder hinzu gezogen. Er legte eine differenzierte Darstellung der Kostenanteile, bezogen auf die Form der Betreuung, die Ausstattung des Betreuungsplatzes, das Alter des Kindes und den entsprechenden Betreuungsaufwand vor. Andreas Reichow (FUW) lobte, dass damit „Klarheit und Transparenz über die Kosten und auch die notwendigen Gebühren geschaffen“ worden sei. Bürgermeister Ferdinand Rentschler rechnete vor, dass für einzelne Betreuungsformen eine Steigerung der Gebühren von mehr als 50 Prozent anfallen würde, wenn die Gemeinde den Empfehlungen der Verbände folgen sollte. „Das werden wir nicht tun“, etwas höhere Beiträge seien aber unumgänglich, sagte Rentschler und schlug eine Erhöhung der Gebühren mit einer Deckelung von zehn Prozent vor. Gleichzeitig sollten die Familienrabatte auf 20, 40 und 60 Prozent gesenkt werden.
Gemeinderat einigt sich mit großer Mehrheit auf einen Kompromiss
Auch Constanze Pfaff (LBL) sah eine moderate Erhöhung als unvermeidlich an, empfahl jedoch, die Familienrabatte etwas weniger stark zu senken. 20, 45 und 70 Prozent Nachlass bei einer auf zehn Prozent gedeckelten Beitragserhöhung seien ein Kompromiss, der für alle Beteiligten tragbar wäre. Dem stimmte auch Martina Häussermann (CDU) zu, die damit gewährleistet sah, dass das Niveau der Betreuungsformen erhalten bleibt. Der Lichtenwalder Gemeinderat folgte der Argumentation und beschloss die Neuregelung mit großer Mehrheit.