Angelika Sachs Quelle: Unbekannt

Die Inhaftierung des Journalisten Yücel in der Türkei hat weltweit Aufsehen erregt. Seine Erlebnisse schildert er im Buch „Agentterrorist“, das er bei der LesART vorstellt.

EsslingenDer LesART-Abend mit dem Journalisten Deniz Yücel hat bei vielen Zuhörern starken Eindruck hinterlassen. Hinterher haben sich Alexander Maier (Text) und Roberto Bulgrin (Fotos) umgehört.

Benjamin Fuchs aus Stuttgart: Am meisten hat mich Deniz Yücels Humor beeindruckt und seine Fähigkeit, all das, was er erlebt hat, so anschaulich darzustellen. Ob der Absurdität dessen, was da passiert ist, muss man oft den Kopf schütteln. Jetzt will ich das Buch möglichst bald lesen.

Adelheid Berst aus Esslingen: Der Abend hat mich betroffen gemacht, weil ich mir über Folter und Gefängnisse schon lange Gedanken mache. Ich habe mir oft überlegt, wie ich mich verhalten würde. Deniz Yücel hat mich bestärkt, dass man sich nie ergeben darf. Man darf nie aufhören, an sich zu glauben. Man muss auch in größter Not immer bei sich bleiben.

Klaus Albert aus Ostfildern: Ich hatte Deniz Yücels Buch schon vorher gelesen und kam mit Sympathie für ihn zur Lesung. Wenn man ihm nun zugehört hat, hatte man nie das Gefühl, dass es während der Haft Momente gab, in denen er verzweifelt war. Im Buch klang das für mich an manchen Stellen schon etwas durch.

Laura Bauer (31) aus Weinstadt-Endersbach: Am interessantesten fand ich, Deniz Yücel live erleben zu dürfen. Wenn man ihm persönlich begegnet, bekommt man noch mal ein ganz anderes Gespür für den Menschen und für die politischen Hintergründe. Und ich kann jetzt viel besser nachvollziehen, was er erleben musste.

Wilfried Wallbrecht, Esslingens Erster Bürgermeister: Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen. Es verdient hohen Respekt, wie Deniz Yücel mit all dem, was er erdulden musste, umgegangen ist. Etwas unsicher bin ich allerdings, ob der Hype, der um ihn gemacht wird, angemessen ist.

Angelika Sachs aus Stuttgart: Deniz Yücel kann ich nur zustimmen, dass es Geschichten gibt, die erzählt werden müssen. Ich bin froh, dass er seine erzählt hat. Man kann viel über die Situation in der Türkei lesen und hören, aber wenn jemand aus eigenem Erleben berichtet, wird alles viel greifbarer. Am meisten hat mich beeindruckt, dass er sich durch die Zeit im Gefängnis nicht verändern und verbiegen ließ, sondern er selbst geblieben ist.

Hier finden Sie einen Bericht über Deniz Yücels Lesung.

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