Ein Hubschrauber der Polizei startet nach der Rettung von Wanderern von der Höllentalangerhütte beim bayerischen Grainau vom Landeplatz im Tal. Foto: Matthias Balk/dpa

Nächtliche Touren im Gebirge bergen Gefahren – nicht nur für Wanderer und Skitourengeher. Denn immer öfter müssen Polizei und Bergwacht bei riskanten Einsätzen im Dunkeln hilflose Ausflügler retten.

München - Die Zahl nächtlicher Hubschrauber-Rettungen der Polizei in den bayerischen Alpen steigt. Nach Angaben der Bereitschaftspolizei waren die Helikopter der Hubschrauberstaffel von Januar bis Ende März nachts öfter im alpinen Bereich im Einsatz als im gesamten Vorjahr. Demnach half die Polizei der Bergwacht bei 14 Rettungsflügen im Dunkeln, im Jahr 2020 waren es 11 Einsätze.

„Es laufen im Moment sehr viele Menschen in den Bergen rum, dabei ist aber oft die Vorbereitung der Touren das Manko“, sagt der Leiter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern, Joachim Walzik. Immer wieder müssten Polizei und Bergwacht deshalb Wanderer aus hilfloser Lage befreien.

„Manche Leute laufen einfach, bis sie nicht mehr können, und zücken dann das Handy, damit wir sie abholen“, sagt auch der Geschäftsführer der Bergwacht Bayern, Klaus Schädler. Grundsätzlich sei das in dieser Situation der richtige Impuls, betont Schädler. „Das ist besser als blindlings weiterzulaufen und dann möglicherweise abzustürzen.“

Gefährliche Rettungseinsätze

Für Polizei und Bergwacht bedeuten diese Rettungseinsätze aber ebenfalls eine Gefahr. „Das ist die höchste Kunst der Fliegerei“, betont Hubschrauberstaffel-Leiter Walzik. „Die Nachtsichtbrille bedeutet zweidimensionales Sehen, das ist wie Einparken mit einem zugehaltenen Auge.“ Alpine Einsätze in der Dunkelheit seien deshalb „gefährliche Rettungsaktionen“.

Darüber hinaus seien die Hubschrauber-Einsätze teuer, betont die Bereitschaftspolizei. Die Kosten belaufen sich „im Schnitt auf 5000 bis 10 000 Euro, können jedoch abhängig von der Flugzeit durchaus höher ausfallen“.

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