Gemeinsam stricken und dabei Freude bereiten: In der Köngener „Tribe’s Bakery“ stricken Freiwillige Kleidung für „Hoffnungsbären“. Die werden etwa in Frauenhäusern verteilt.
Es ist zweifelsohne eine stolze Zahl: Ganze 21 000 Teddybären hat die Aktion Hoffnungsbären in den vergangenen zehn Jahren verschenkt – und unzähligen Menschen in besonderen Situationen Freude bereitet. Die bärenstarken Sympathieträger werden an Frauenhäuser, Seniorenheime, Krankenhäuser, Hospize, Palliativ- oder Pflegeeinrichtungen verteilt, die sie dann kostenlos an ihre Klienten weitergeben.
Oft spielen sich dabei ergreifende Szenen ab. „Als wir etwa Bären im Tübinger Kinderhospiz vorbeigebracht haben und die Kinder sich einen aussuchen durften – dieses Lachen vergisst man nie“, erinnert sich Angelika Nauen vom Köngener Verein Life Community, wo die Aktion angesiedelt ist. Sie hat die Hoffnungsbären zusammen mit ihrem Ehemann Norbert 2015 ins Leben gerufen. Inzwischen stricken und häkeln rund 300 Personen über die gesamte Region verteilt Kleidungsstücke für die bärigen Gesellen. Jedes Stück ist ein Unikat, sagt Norbert Nauen.
Neuer Stricktreff für Bärenbekleidung in Köngen
Auch in der Köngener „Tribe’s Bakery“ haben die Hoffnungsbären seit ein paar Wochen ein neues Zuhause gefunden – und mehr: Zwei Mal im Monat treffen sich Gleichgesinnte zum Stricktreff. Ähnliche Stammtische gebe es bereits in Ravensburg und Koblenz. Sie laufen gut und haben die positiven Nebeneffekt, Leute zusammenzubringen: „Wir erreichen damit unheimlich viele Menschen in unserer Gesellschaft“, freut sich Norbert Nauen. Er habe hier lange nach einer geeigneten Örtlichkeit gesucht: „Wir haben mit der ‚Tribe’s Bakery’ großes Glück gehabt, dass es ein Einzelhandel ist. Bei den großen Ketten hatte ich es auch schon versucht, aber die wollen das nicht.“
Doch Tribe’s-Inhaber Kreshnik Citaku war gleich Feuer und Flamme für die Idee – auch wenn ihm die „Hoffnungsbären“ vorher kein Begriff waren: „Aber ich fand die Aktion gleich interessant und wollte mithelfen.“ Seitdem zieren stets einige fertig angekleidete Bärchen das gemütliche Bäckerei-Café – einmal hat Citaku sogar schon selbst eines der putzigen Stofftierchen verschenkt: „Da stand ein kleines Mädchen mit leuchtenden Augen vor dem Regal, da konnte ich nicht Nein sagen.“
Hoffnungsbären-Stammtisch: Stricken und Spaß haben
Das Ziel sei, bei der Bärenkleidungsproduktion Menschen unkompliziert zusammen zu bringen, so Norbert Nauen: „Wir wollen Verbindungen schaffen und unser Projekt noch besser quer durch die Gesellschaft vernetzen.“ Mit Erfolg: In Köngen habe sich inzwischen schon eine fröhliche Truppe gebildet, die sich regelmäßig in der „Tribe’s Bakery“ trifft. Worüber sich auch Citakus Ehefrau Linda Hawleri freut: „Der Stammtisch hat richtig Spaß miteinander, da geht es nicht nur ums Stricken, sondern auch um andere Dinge.“ Gesponsert wird der Stammtisch von einer Köngener Bürgerin, die anonym bleiben will. Sie übernimmt den kompletten Verzehr der eifrigen Handarbeiter und Handarbeiterinnen.
Auch die Köngener Verwaltung steht der Aktion sehr positiv gegenüber. Solche regelmäßigen Stammtische sorgen für eine zusätzliche Belebung der Ortsmitte, sagt Köngens Bürgermeister Ronald Scholz – ein weiteres Aspekt ist ihm aber mindestens ebenso wichtig: „Mir ist es ein persönliches Anliegen, Themen wie Tod und Krankheit in unserem Leben Raum zu geben. Das tun die Hoffnungsbären schon lange mit großen Erfolg.“ Insbesondere für Trauernde sei das eine große Unterstützung: „Solche Themen müssen in den öffentlichen Raum – und die Hoffnungsbären fördern dies auf eine sehr liebenswürdige und charmante Art und Weise.“
Der Köngener Stricktreff findet an jedem zweiten Freitag in geraden Wochen ab 14 Uhr in der „Tribe’s Bakery“ in der Fußgängerzone statt, neue Gesichter sind herzlich willkommen. Mehr Informationen gibt es auch im Internet unter: www.die-hoffnungsbaeren.de .