Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Nach mehrjähriger Pause findet die 41. Auflage des EZ-Fußball-Pokals statt. Dort trifft sich wieder die gesamte Fußball-Szene.

EsslingenDer EZ-Pokal ist schon eine besondere Geschichte“, sagt Gaetano Intemperante – einer, der es wissen muss. Denn der EZ-Pokal schreibt die eine oder oder andere Geschichte, und an der einen oder anderen hat der neue Trainer der SG Eintracht Sirnau mitgeschrieben. Sechsmal stand er als Spieler oder Trainer mit verschiedenen Mannschaften im Finale, fünfmal hat er gewonnen.

Da ist etwa die Geschichte mit Mia, seiner Tochter. In der Nacht vor dem Finale des Jahres 2003 kam sie zur Welt, mit einem völlig übernächtigten und noch glücklicheren Intemperante gewann der TSV RSK Esslingen das Endspiel gegen den TSV Wolfschlugen mit 2:0 – und der Jung-Papa stiftete im Überschwang 50 Euro für die Mannschaft, die das 50. Turniertor erzielte. Er versprach, bis zu Mias 18. Geburtstag jedes Jahr für eine besondere Sache zu spenden. In diesem Jahr wird sie 16.

„Es ist richtig, richtig cool, ich freue mich drauf“, sagt Intemperante vor dem EZ-Pokal 2019, der 41. Ausgabe des Traditionsturniers. „Das Schöne ist, dass das Turnier sportlich gut ist und man viele Leute trifft und mit ihnen reden kann“, ergänzt der Coach.

„Es hat was gefehlt“, sagt auch Steffen Zahner über die vergangenen drei Jahre, in denen es den EZ-Fußballpokal nicht gab. Der Kapitän des TSV Denkendorf erinnert sich noch gerne daran, wie er bei der bislang letzten Ausgabe 2015 in Deizisau den Siegerpokal überreicht bekam. „Es war anstrengend und wir waren richtig froh, dass wir das Ding gewonnen hatten. Wir waren sehr euphorisch“, sagt er über das Erlebnis nach dem 3:0-Finalsieg gegen den TSV RSK.

Vier Spiele hatten die Denkendorfer damals am Finaltag zu absolvieren. Deshalb begrüßt es Zahner, dass diesmal zwar wie erstmals 2015 an vier statt zuvor an drei Tagen gespielt, der Finaltag aber entzerrt wird. Der Samstag bleibt den K.o.-Spielen vorbehalten.

Für die Denkendorfer rundete das Turnier vor vier Jahren eine starke Saison ab. „Wir sind in in die Bezirksliga aufgestiegen und haben dann auch noch den EZ-Pokal gewonnen“, erzählt Zahner. „Das hat uns einen Push gegeben: Wir haben anschließend eine super Hinrunde gespielt und dann, auch wenn wir nochmal zittern mussten, den Klassenverbleib geschafft.“ Jetzt reisen die Denkendorfer als Bezirksliga-Absteiger nach Zell und hoffen, dass das Turnier der Startpunkt „für eine ordentliche Saison in der Kreisliga A wird“, wie Zahner sagt. Und: „Wir würden den Pokal natürlich gerne wieder mitnehmen.“

Der Denkendorfer Kapitän schätzt am EZ-Pokal auch, dass dort in der ersten Phase der Vorbereitung Dinge ausprobiert werden können. Das sieht auch Erol Türkoglu so. Der frühere Regionalligaspieler ist seit einem Jahr Trainer des Bezirksligisten FV Neuhausen und feiert seine EZ-Pokal-Premiere – falls die Mannschaft die Gruppenphase übersteht. „Ich bin bis zum Freitag im Urlaub und hoffe sehr, dass meine Jungs am Samstag noch dabei sind und ich sie sehen kann“, sagt Türkoglu. „Für mich ist das Turnier natürlich Neuland, aber ich finde es super als Vorbereitung“, sagt er, „zudem trifft man da viele Leute – ich bin ja immer noch neu im Bezirk.“

In der Region Reutlingen/Tübingen, wo Türkoglu zuvor als Spieler und Trainer aktiv war, gibt es kein vergleichbares Turnier. Nun geben sich die Neuhausener die volle Dröhnung: Zuerst ging es zum Senner-Pokal nach Frickenhausen und gleich anschließend zum EZ-Pokal. Wie sich die Mannschaft in Zell in der Gruppenphase schlägt, wird sich Türkoglu von seinem Assistenten Sascha Madeo berichten lassen.

Udo Kressler ist dagegen ein alter EZ-Pokal-Hase. Der Spielleiter des TV Nellingen – mit sieben Siegen der Rekordsieger des Turniers – hat keinen
EZ-Pokal verpasst, seit er mit dem aktiven Kicken angefangen hat. Und das ist schon eine Weile her. Kressler hat „viele Spiele erlebt, in denen die unterklassige Mannschaft ebenbürtig war“, erzählt der 51-Jährige. Oft aber wurden die Nellinger ihrer Favoritenrolle gerecht: „In Erinnerung bleiben natürlich die Siege“, sagt Kressler. Bei vier der sieben TVN-Erfolgen stand er als Spieler auf dem Platz. An das Finale beim Jubiläumsturnier – es war die 25. Ausgabe – im Jahr 1999 in Oberesslingen erinnert er sich besonders gern: Die Nellinger gewannen die spannende Begegnung gegen den Bezirksliga-Konkurrenten TSV Denkendorf trotz doppelter Unterzahl mit 2:1 nach Verlängerung, „und ich durfte sogar ein Tor schießen“.

Auf Denkendorfer Seite stand damals Gaetano Intemperante auf dem Spielfeld – es war seine einzige Finalniederlage. Jetzt kommt er als Trainer. Und wird natürlich wieder spenden. Diesmal hat er sich etwas ganz Spezielles ausgedacht. „Ich werde Essens- und Getränkemarken im Wert von 100 Euro kaufen und sie über die Tage für sehenswerte Aktionen wie Tore, Paraden oder Ähnliches verteilen“, kündigt er an. Wieder so eine schöne EZ-Pokal-Geschichte.

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