Beim Esslinger Lauffieber gehen mittlerweile auch viele Firmenteams an den Start. Foto: Dietrich - Dietrich

Die Teilnehmerzahlen steigen in den letzten Jahren an. Besonders bei gutem Wetter treten immer mehr Firmenteams an.

EsslingenMit 80 Teilnehmern hatte das Esslinger Lauffieber einst begonnen, bei schlechtem Wetter waren es in einem Jahr sogar nur 45 Läufer gewesen. Im Vorjahr gingen 365 Läuferinnen und Läufer an den Start, diesmal waren es sogar 464 Teilnehmer. 377 Läufer hatten sich vorab angemeldet, 87 Läufer folgten direkt vor Ort. Ein Grund für den Anstieg ist, dass sich das Esslinger Lauffieber immer mehr zu einem Firmenlauf entwickelt. Für das flotte Aufwärmen sorgte Kerry Rodriguez von „Moves Family Fitness“, die mit einem großen Team zum Lauf gekommen war. Auch Festo, Bauer Gear Motor und die Steuerberaterkanzlei Bürkle & Partner waren mit großen Laufteams dabei.

Das diesjährige Motto des Laufs war „Bewegung fürs Leben! Aktiv gegen Krebs!“ Die Laufzeiten standen nicht im Vordergrund und wurden gar nicht bekannt gegeben, es gab auch keine Siegerehrung. Dabeisein war alles, es ging um die eigene Gesundheit und den Erlös für das Interdisziplinäre Brustzentrum und Zentrum für gynäkologische Tumorerkrankungen am Klinikum Esslingen. Die Organisatorin Ingrid Fiala rundete die komplett gespendeten Startgelder großzügig auf: „Abrunden kann man ja nicht.“ So kamen 3500 Euro zusammen. Chefarzt Professor Thorsten Kühn betonte den gesundheitlichen Effekt von regelmäßiger Bewegung, sie helfe bei einer Erkrankung ebenso viel wie die Primärtherapie. Wenn Patienten ihn fragen würden, was sie noch tun könnten, gehe es nicht darum, etwas zu kaufen. „Bewusst leben, Freude haben, sich bewegen, das kostet kein Geld.“

Die Läufer gingen in drei ausgewogen großen Gruppen über drei, fünfeinhalb und neun Kilometer an den Start. Oberbürgermeister Jürgen Zieger, der als privater Läufer gekommen war, hatte sich für neun Kilometer entschieden und ging die Sache gelassen an. „Lasst euch nicht unter Druck setzen, wenn ihr überholt werdet, das ist halt so im Leben“, sagte er den anderen Läufern. Viele liefen für ihre Verhältnisse zu schnell, warnte Zieger. Seine Frau Angela war hingegen in offizieller Mission vor Ort. Sie hatte die Schirmherrschaft des Laufs übernommen und legte fünfeinhalb Kilometer per Nordic Walking zurück. Als allererster ging Oliver Krapf durch Ziel, er hatte drei Kilometer absolviert. Der elfjährige Lars war im Tandem mit seinem Papa gestartet und folgte gleich hinterher.

Mit Schäferhunden und Handbike

Bei einem anderen Lauftandem war das Kind mit dem Fahrrad dabei, eine Läuferin startete gleich mit zwei Schäferhunden – immer deren Nase nach. Auch der Jogging-Car, mit zwei Kindern vorneweg geschoben, war vertreten. „Genießt die Zeit, mein Sohn ist 19 und schiebt eher mich“, sagte Rafael Treite, der die unterhaltsame Moderation übernommen hatte. Rebecca Blutbacher absolvierte den Lauf mit dem Handbike. Ihr Vater, Uwe Blutbacher, lief nebenher. „Ich bin ihr Navigationsgerät“, sagte er. Denn Rebecca kann Hindernisse nicht richtig einschätzen, hält sie für unüberwindbar. Seine Tochter ist für Uwe Blutbacher der Beweis, was alles möglich ist, wenn ganz viele Leute und Einrichtungen zur Förderung zusammenarbeiten. Die Teilnahme am Lauf ist für ihn auch ein Dankeschön an alle, die Rebecca bisher unterstützt haben.

Zehnmal wolle sie den Lauf auf jeden Fall mit ihrem Team organisieren, versprach Sigrid Fiala. „Dann sehen wir weiter.“ Die nächsten beiden Male sind also gesichert, und die Startnummern dafür sind ebenfalls schon vorhanden: Wer seine Startnummer zurückgab, bekam einen Zehn-Euro-Einkaufsgutschein für die Firma Laufschuhwerk in Nellingen. Zum einen enthält jede Startnummer einen Chip zur automatischen Zeiterfassung, ist also nicht ganz billig, zum andern soll das Plastik erstmals wieder verwendet werden. Geht doch einmal eine einzelne Nummer verloren oder wird zum Souvenir, kann Fiala sie leicht einzeln nachbestellen.

Am heutigen Montag um 18 Uhr beginnt das Training für den nächsten EZ-Lauf. Treffpunkt ist vor der Kreissparkasse in der Bahnhofstraße. Das Training hat Rafael Treite übernommen.

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