Nur mit Atemschutzgerät und Schutzanzug: Für das Entfernen von Asbest gelten strenge Vorsichtsmaßnahmen. Foto: Büttner Foto: EZ

Esslingen (red) - Die deutsche Abfallwirtschaft unterscheidet fünf Abfallarten, die einen unterschiedlich großen Anteil des Gesamtaufkommens des Mülls in Deutschland ausmachen. Mit 53% entsteht der meiste Müll durch Bauschutt. Da mittlerweile 92% davon verwertet werden können, bedarf es einer gewissenhaften Trennung und Entsorgung von Bauschutt und Baumischabfällen.

Abfälle entstehen sowohl auf kleinen als auch auf großen Baustellen. Der Begriff fasst jedoch nicht nur die entstehenden Abfälle sondern außerdem mineralische Reste und Baumaterialien, die zur Herstellung neuer Produkte dienen, zusammen. Die Abfälle werden in Bauschutt und Baumischabfälle unterteilt. Während Baumischabfälle in mehreren Schritten sortiert und behandelt werden müssen, bevor sie recycelt, verbrannt oder deponiert werden können, umfasst Bauschutt reine Abfälle, die in den meisten Fällen direkt in die Wiederverwertungskette eingegliedert werden können. Zum Bauschutt zählen unter anderem Fliesen, reine Kacheln, Backstein, Keramik sowie Schutt oder Putz.

Um eine umweltschonende Verwertung der Abfälle zu gewährleisten, ist es wichtig, den Bauschutt sorgsam von den Baumischabfällen zu trennen. Bei Privatleuten erfolgt diese Entsorgung und Trennung über einen Bauschutt-Container. Zwar gibt es auch Angebote von Schuttcontainer-Unternehmen, die die Abfälle nachträglich entsorgen, jedoch verursacht dieser Arbeitsschritt steigende Kosten. Welche Abfälle in einem Bauschutt-Container entsorgt werden müssen, ist je nach Kommune unterschiedlich. Dennoch wird jedes Unternehmen der Abfallwirtschaft dazu verpflichtet, die von der Bundesregierung vorgegebene Verwertungsrangfolge einzuhalten, die für jede Art von Müll und Abfall gilt. Folgende Rangfolge gilt:

  • Vermeidung: Bauschutt soll am besten gar nicht entstehen.
  • Verwertung: Sobald Bauschutt anfällt, ist zu ermessen, inwieweit dieser wiederverwertet und recycelt werden kann. Auch eine Verfüllung ausgedienter Tagebauen oder anderer Grabungsstätten ist möglich. Wenn diese Optionen aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen werden müssen, bleibt die Verbrennung zur Energiegewinnung.
  • Lagerung: Als letzte Option bleibt die Mülldeponie. Hier muss giftiger oder aus anderen Gründen nicht verwertbarer Bauschutt möglichst umweltschonend gelagert werden.

Ziel dieser Rangfolge ist in erster Linie der Schutz der Umwelt. Jedoch sollen dadurch auch Deponieplätze eingespart werden. Eine Entsorgung im Hausmüll ist strafbar. Hierbei fallen hohe Bußgelder an, die jedoch je nach Bundesland unterschiedlich hoch angesetzt werden. Der Bußgeldkatalog gibt Einblick über die Sanktionen jedes Bundeslandes. So fallen bei einer ordnungswidrigen Entsorgung von Bauschutt bis zu 5 Kubikmeter Bußgelder von 250€ bis 750€ Euro an. Bei über 5 Kubikmeter müssen Sie mit bis zu 2.500€ Bußgeld rechnen. Anstatt den Bauschutt im Hausmüll zu entsorgen, muss ein Container bestellt werden, der maximal bis zur Ladekante befüllt werden darf. Bezahlt werden muss meist nur, was auch tatsächlich angefallen ist. Ragt der Bauschutt über die Ladekante hinaus, entstehen Mehrkosten. Zudem wird das jeweilige Unternehmen die Abfahrt womöglich verweigern, da es sich der Gefährdung der Verkehrssicherheit strafbar machen würde. Je nach Größe des Containers fallen Kosten zwischen 75€ und 150€ an.

Bauschutt ist nicht gleich Bauschutt

Bei der Bau- oder Renovierungsarbeiten fallen häufig Reste an, die einer besonderen Behandlung bedürfen. Dazu zählt vor allem das Asbest, ein hochgiftiges Material, welches im 19. Und 20. Jahrhundert aufgrund seiner Eigenschaften massiv verbaut wurde. Da durch den Asbest ein erhöhtes Krebsrisiko entsteht, wurde es 1993 aufgrund seiner Gefährlichkeit in Deutschland verboten. In vielen Gebäuden befinden sich jedoch bis heute Asbestfasern als Dämmstoff. Die Asbest-Richtlinien TRGS 519 geben Vorgaben, wie Asbest abzubauen ist. Hierbei sind vor allem Erschütterungen zu vermeiden. Da die Asbestfasern nicht an die Luft gelangen dürfen, wird diese Arbeit von speziellen Unternehmen übernommen. Diese dürfen die Entsorgung nur in spezieller Schutzkleidung vornehmen. Zudem muss vorab angemeldet werden, wenn größere Mengen des Asbest abgebaut werden sollen.

Auch bei der Asbestentsorgung entstehen Kosten. Diese belaufen sich pro Tonne auf 100€ bis 300€. Zudem darf jeder Bürger bis zu drei Kofferraumladungen direkt zum Entsorgungsunternehmen bringen. Pro Ladung fällt ein Preis von etwa 15€ an.

Weitere Informationen zum Thema „Bauschutt- und Asbestentsorgung“ finden Sie hier. Zudem bietet das kostenlose Ratgeberportal www.bussgeld-info.de viele weitere Ratgeber, Bußgeldkataloge und Informationen zu verschiedenen Themen des Verkehrs- und Umweltrechts.

Über den Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V.

Der VFBV. e. V. wurde im März 2014 vom Anwalt Mathias Voigt gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht Fragen und Unklarheiten aus dem Verkehrsrecht zu beantworten und zu beseitigen. Hierfür veröffentlicht der VBFV e. V. Rechtsbeiträge zum Verkehrsrecht auf den Portalen bussgeldrechner.org und bussgeld-info.de.

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