Nicht jeder Riss im Putz gibt Grund zur Sorge: Unter 0,2 Millimeter gelten sie als harmlos. Foto: dpa-tmn/Fredrik von Erichsen - dpa-tmn/Fredrik von Erichsen

Tauchen Risse in einer Wand auf oder Schimmel im Bad, sind die Ursachen für die Schäden zum Teil vielseitig. Häufig stecken dahinter ernsthafte Bauschäden.

BerlinBei der Bauabnahme des Eigenheims ist noch alles in Ordnung – doch keiner kann ausschließen, dass später Bauschäden auftreten. Noch nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren können scheinbar harmlose Indizien darauf hinweisen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Oft liegen dann die Ursachen tiefer. Um Schäden dauerhaft beseitigen zu können, muss man sie erst einmal finden.

Risse im Putz

„Plötzlich auftretende Risse können auf tieferliegende Bauschäden hinweisen“, sagt Elfi Koch vom Verband Beratender Ingenieure in Berlin. Insbesondere, wenn diese größer als ein Haarriss sind. „Entstehen sie dort, wo vorher keine waren, sollte man ihnen auf den Grund gehen und nach Veränderungen im Umfeld suchen.“ Kommen die Risse immer wieder, ist der Untergrund oft problematisch. Unter Umständen müssen Arbeiten am Fundament folgen. Auch Risse an tragendenden Wänden sind meist ein Hinweis darauf, dass es Defizite am Bauwerk oder Baugrund gibt. Solche Mängel können Experten beheben, indem sie einzelne Bauteile gezielt sanieren. „Risse unter 0,2 Millimeter gelten aber als harmlos, dabei kann es sich um sogenannte Schwundrisse handeln“, ergänzt Ludger Weidemüller vom Bauherren-Schutzbund in Berlin.

Schimmel im Innenbereich

Tritt an Innenwänden Schimmel auf, kann das daran liegen, dass man den Raum zu wenig lüftet. „Es ist aber auch möglich, dass irgendwo Feuchtigkeit im Mauerwerk oder im Sockelbereich ist“, so Weidemüller. Oder: Das Wasser tritt aus Installations- und Heizungsleitungen aus und fließt ins Mauerwerk. „Die Ursachen für Schimmel können vielfältig sein.“

Feuchteschäden im Dachboden

Kommt das Wasser als Regen oder Schnee von außen durch die Dachluke in den Dachboden und trocknet ab, ist meist alles gut. „Schwieriger ist es, wenn die Feuchtigkeit mit der warmen Luft aus dem unten liegenden Wohnbereich in den Dachraum gelangt. Dann ist die Dampfbremse undicht“, erklärt Marcel Quent vom Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau. „Hier hilft nur, die defekte Stelle zu schließen“. Und eine dauerhafte Lösung zur Entlüftung des Daches zu finden.

Blasen im Außenputz

Wölbt sich der Putz an der Fassade nach außen, ist das kein harmloser Schönheitsfehler. „Das kann ein Zeichen sein, dass vom Inneren des Hauses Feuchtigkeit in die Wand eintritt“, sagt Weidemüller. Trocknen nasse Flecken nicht ab, kann Feuchtigkeit im Mauerwerk stecken. Dann gilt: „Die Flecken nicht einfach überstreichen, sondern immer die Ursache suchen“, rät Weidemüller. „Sonst kommt die Feuchtigkeit immer wieder.“ Dringt sie richtig tief ins Mauerwerk ein, wird die Reparatur teuer.

Nässe auf dem Balkon

Bildet sich dauerhaft Nässe auf dem Balkon, wurde unter Umständen die Abdichtung nicht fachgerecht ausgeführt. „Dann besteht die Gefahr, dass die Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringt“, sagt Quent. Da hilft es nur, den Belag vom Balkon abzureißen und darunter nach undichten Stellen zu suchen.

Schimmel an Fensterlaibungen

Die Anschlusspunkte zu den Fensterbrettern sind besonders kritisch. Sind Fensterlaibungen nicht luftdicht abgeschlossen, kann dort Feuchtigkeit eindringen und Schimmel entstehen.

Feuchter Keller

Die Ursachenforschung bei einem feuchten Keller kann sehr aufwendig sein. „Es kann an defekten Zu- und Ableitungen von Heizung und Wasserversorgung liegen“, sagt Quent. Möglicherweise liegen aber auch Schäden an der Abdichtung des Kellers vor.

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