Das Immobiliendarlehen hängt auch von den individuellen Bedürfnissen des Kreditnehmers nach Sicherheit und Flexibilität ab. Foto: dpa-tmn/Bodo Marks - dpa-tmn/Bodo Marks

Baufinanzierungsexperte Markus Hahn, Leiter des ImmobilienCenter Esslingens der Kreissparkasse in Esslingen-Nürtingen, gibt Tipps rund um das Thema Darlehenstilgung.

EsslingenWer sich den Traum der eigenen vier Wände erfüllt und ein Darlehen aufnimmt, sollte sich frühzeitig überlegen, auf welche Art der Kredit zurückgezahlt wird. Baufinanzierungsexperte Markus Hahn, Leiter des ImmobilienCenter Esslingens der Kreissparkasse in Esslingen-Nürtingen, hat die wichtigsten Aspekte zusammengestellt:

Was ist die Tilgung?

Unter Tilgung versteht man die Rückzahlung eines Darlehens. Bei Immobilienkrediten wird sehr häufig annuitätisch, also in gleichbleibenden regelmäßigen Zahlungen getilgt. Der Kreditnehmer zahlt hier neben seiner Zins- auch eine monatliche Tilgungsrate an die Bank. Die Gesamtrate bleibt während der Zinsbindungsphase gleich. Wer eine hohe Tilgung wählt, zahlt sein Darlehen schneller zurück.

„Eine niedrige Tilgung führt dagegen zu einer längeren Kreditlaufzeit, erhöht die Zinslast und die Gefahr, zum Ende der Zinsbindung mit einem höheren Darlehenszins weiterfinanzieren zu müssen“, erläutert Hahn. Wichtiger Grundsatz bei der Wahl der Tilgungshöhe: „Je niedriger die Zinsen, desto höher sollte die Tilgung sein“, erklärt der Experte. So liegt zum Beispiel die Rückzahlungsdauer bei dem aktuellen Zinsniveau und einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent bei rund 39 Jahren. Bei einem Tilgungssatz von drei Prozent benötigt man aktuell etwa 28 Jahre und bei fünf Prozent ca. 18 Jahre.

Welche Tilgung passt für mich?

Die Höhe des Tilgungssatzes sollte sich an der aktuellen Zinssituation, am Einkommen, der Lebensplanung, am Alter und dem Renovierungsaufwand der Immobilie orientieren. Außerdem wird die Höhe der Tilgung davon abhängig gemacht, wann der Kunde schuldenfrei sein möchte. In der Regel sollte dies spätestens mit Beginn der Rente der Fall sein.

Deshalb sollte die Tilgung an das Lebensalter beziehungsweise die gewünschte Laufzeit des Darlehens und das aktuelle Zinsniveau angepasst werden. Beim derzeitigen Zinsniveau empfiehlt die Kreissparkasse eine Tilgung von mindestens 3 Prozent: „Damit fällt zum einen die Restschuld zum Zinsbindungsende gering aus und die Tilgungszeit des Darlehens bleibt überschaubar“, erläutert Hahn.

Als Alternative zu einem klassischen Annuitätendarlehen bietet sich ein Kombinationsdarlehen an. Diese Form des Kreditvertrags kombiniert ein Darlehen mit einem Bausparvertrag. „Zur hohen Planungssicherheit kommt größere Flexibilität hinzu. Durch den Bausparvertrag kann der Kreditnehmer zudem von der staatlichen Riester-Förderung profitieren und kann je nach Bauspartarif fast unbegrenzt Sonderzahlungen erbringen“, verdeutlicht Hahn. „Gerade in der aktuellen Zinssituation helfen Bausparverträge, die Belastung aus den Darlehensraten auch mit Ablauf der ersten Zinsbindung gering zu halten.“ Denn nach Ablauf der Zinsbindung wird der Zinssatz höchstwahrscheinlich höher sein. Damit steigt bei einem klassischen Annuitätendarlehen die monatliche Belastung oder es verlängert sich die Darlehenslaufzeit.

Welche Darlehens- und Tilgungsform die jeweils passende ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Eine Rolle spielen können zum Beispiel das Alter und die Risikoneigung des Kreditnehmers, dessen persönliche Lebenssituation, das Alter der Immobilie und das aktuelle Zinsniveau. „Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten sollten in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit einem Baufinanzierungsspezialisten erörtert werden. Er arbeitet anschließend einen maßgeschneiderten Finanzierungsplan aus“, sagt Hahn.

Online-Baufinanzierungsrechner

Um ein Gefühl für den richtigen Tilgungssatz zu bekommen, bietet die Kreissparkasse einen Online-Baufinanzierungsrechner unter www.ksk-es.de/baufinanzierung. „Der Rechner ist optimal, um sich auf das Gespräch mit dem Spezialisten vorzubereiten und die Auswirkungen der Tilgungssätze auf die Höhe der Rate selbstständig zu berechnen“, sagt Hahn.red

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: