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Sobald es Frühling ist, geht es den Schäfchen im Freilichtmuseum Beuren „an die Wolle“ – Feste und Alltag der Schäfer, Kultur und Geschichte der Schäferei zeigen sich bei den Schäfertagen in vielen Facetten.

BeurenBereits zum 19. Mal geben sich an diesem Samstag und am Sonntag im Rahmen der Schäfertage eine ganze Menge lebender Wollknäuel ein Stelldichein im Freilichtmuseum Beuren am Fuß der Schwäbischen Alb.

„Mit den Schäfertagen wollen wir die Besucher sensibilisieren“, sagt Museumsleiterin Steffi Cornelius. Dabei zähle nicht nur der Blick in der Vergangenheit, auch die Gegenwart sei wichtig: „Wir wollen die regionale Schäferei stärken. Damit die Leute sehen, wie wichtig Schafe für die Erhaltung der Kulturlandschaft der Schwäbischen Alb und am Albtrauf ist.“ Dazu zählt auch der angeschlossene Schäfermarkt, auf dem man sich mit Wolle und Wollerzeugnissen, Milch- und Fleischprodukte, Lammfleisch und weiteren Delikatessen eindecken kann. Neu dabei ist ein Stand mit Messern mit Kuh-, Ziegen- und Schafhorngriffen. Auch Holztiere, umfilzt mit weicher Merinowolle, gibt es zu kaufen. „Wir wollen die Vielfalt der regionalen Produkte zeigen“, sagt Cornelius.

Zusätzlich lockt das Freilichtmuseum mit einem abwechslungsreichen Programm rund ums Schaf. Wie Wolle gewonnen und weiterverarbeitet wird, kann bei Vorführungen miterlebt werden. Das beginnt mit dem spektakulären Schafbaden und -scheren, führt über Kardieren, Spinnen, Stricken, Weben und Filzen hin zum fertigen Kleidungsstück. Mitmachaktionen wie Filzen mit Schafwolle sprechen besonders Kinder und Jugendliche an. „Die Schäfertage sind ein Fest für die ganze Familie, da ist für jeden was dabei“, so Cornelius. Auch das Biosphärenmobil macht im Museumsdorf Station und informiert über die Kulturlandschaft der Schwäbischen Alb und die Bedeutung der Wanderschäferei.

Besuch bekommt an diesem Wochenende übrigens auch die museumseigene Schafherde: Wanderschäfer Walter Hartlieb hat sich mit seiner 200-köpfigen Merinoschafherde an den beiden Tagen angekündigt. „Das ist natürlich besonders faszinierend, eine so große Herde in unseren Streuobstwiesen beobachten zu können. Das sieht man nicht alle Tage“, freut sich die Museumsleiterin. Ein weiteres Highlight ist der Auftritt des Uracher Schäferreigens am Sonntag. Und auch Border Collies und Kelpies, zwei eigens für die Schafhaltung gezüchtete Hunderassen, zeigen ihr Können. Zudem stehen einige Esel – früher von den Schäfern geschätzt als zuverlässige Trag- und Herdentiere – als Reittiere für sattelfeste Kinder bereit.

Geöffnet sind die Schäfertage morgen und am Sonntag jeweils 11 bis 18 Uhr. Zu bezahlen ist der reguläre Eintritt ins Museum (7/3,50 Euro). Eine Familien-Tageskarte (Eltern mit Kindern unter 18 Jahren oder Großeltern mit Enkelkindern unter 18 Jahren) kostet 15 Euro, Kinder unter 6 Jahren sind frei.

Am Sonntag ist wieder ein kostenloser Ausweichparkplatz mit Pendelbus zum Museum eingerichtet. Er befindet sich im Tiefenbachtal (ehemaliges Bundeswehrdepot) zwischen Nürtingen und Owen beziehungsweise Beuren (K 1243). Der Bus pendelt von 10.30 Uhr bis 18 Uhr.

www.freilichtmuseum-beuren.de

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