Heute beginnt die Fastenzeit. Viele versuchen auf Süßigkeiten, Alkohol oder auf das Rauchen zu verzichten. Foto: /dpa

Verzicht auf Süßigkeiten, Müll oder Medien. Wir haben bei Passanten in der Innenstadt nachgefragt: Was fasten die Esslinger dieses Jahr?

Esslingen - Genau 40 Tage lang Verzicht üben. Am heutigen Mittwoch beginnt für gläubige Christen die Fastenzeit. Diese dauert von Aschermittwoch bis Gründonnerstag, 9. April. Insbesondere in der römisch-katholischen Kirche hat diese Zeit eine Bedeutung. Menschen muslimischen Glaubens verzichten im Ramadan von 23. April bis 23. Mai. Im Judentum gibt es mehrere einzelne Fastentage vor heiligen Festen. Dabei wird nicht länger als 25 Stunden gefastet.

Doch nicht nur aus religiösen Gründen essen viele Menschen weniger Süßigkeiten oder trinken keinen Alkohol. Die Gesundheit steht für die meisten an erster Stelle. Dafür planen laut einer Umfrage der Krankenkasse DAK aus dem Jahr 2019, 63 Prozent der Befragten in Deutschland für eine bestimmte Zeit zu fasten. 73 Prozent wollen auf Alkohol verzichten, 46 Prozent auf Fleisch, 29 Prozent auf das Handy und den Computer, 20 Prozent auf das Auto. Der Kreativität sind bei diesem Thema keine Grenzen gesetzt. Es gibt wohl Klassiker wie der Verzicht auf persönliche Laster, etwa das Rauchen, aber auch der Zeit angepasste Ziele, wie der Konsum von Medien oder das Autofahren. In Bayern und Baden-Württemberg ist der Anteil derjenigen, die in dieser Zeit auf Alltagsgewohnheiten achten, mit 50 Prozent höher als im Osten des Landes.

Das Thema hat viele Facetten und Bedeutungen – nicht nur für Gläubige. Bereits seit einigen Jahren ist zum Beispiel Heilfasten ein Trend. Diese Form des Verzichts soll laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung als Reinigung des Körpers dienen, beim Abnehmen und bei Krankheiten helfen. 16:8 oder 5:2 – auch das Intervallfasten, also das Essen zu bestimmen Uhrzeiten, ist in Deutschland nicht unbekannt und soll für ein gesundes Wohlbefinden sorgen. Aber ist der Verzicht in der Fastenzeit überhaupt noch zeitgemäß? Wir haben bei Passanten in der Esslingen nachgefragt.