Die vielleicht kürzeste Einbahnstraße der Welt (links) existiert nicht mehr, nachdem die Bauarbeiten beendet wurden. Autos, Busse und Lkw haben wieder freie Fahrt (rechts). Foto: Johannes M. Fischer

Für eine Weile hielt Esslingen einen fragwürdigen Rekord inne: Möglicherweise hatte die Stadt die kürzeste Einbahnstraße der Welt. Das ist jetzt Vergangenheit.

Die Einbahnstraßenregelung in der Esslinger Röntgenstraße/Ecke Zeppelinstraße ist Geschichte. Eingerichtet wurde zuvor die etwa 20 Meter lange Einbahnstraße aufgrund einer Baustelle. Gleich hinter der Baustelle hörte dann die Einbahnstraße auch schon wieder auf und ging in die in reguläre Straße über, die von beiden Richtungen befahrbar ist.

Es dürfte eine der kürzesten Einbahnstraßen der Welt gewesen sein. Die Straße mit der kuriosen Einbahnstraßenregelung befindet sich in den Neckarwiesen, dem größten Gewerbegebiet Esslingens.

Esslinger Behörde: Eingeschränkte Sicht für Verkehrsteilnehmer

Traute die Straßenverkehrsbehörde den Verkehrsteilnehmern nicht zu, selbst zu entscheiden, wann wer die Baustelle passiert? Vermutlich. „Die Einbahnstraße wurde aus Gründen der Verkehrssicherheit eingerichtet“, hieß es zur Begründung bei der Stadtverwaltung. Ausschlaggebend sei die „eingeschränkte Sichtbeziehung“ gewesen. Nur so habe ein reibungsloser und sicherer Verkehrsfluss gewährleistet werden können.

Allerdings ist die Straße in den Sommerferien wenig befahren. Der Verkehr nimmt erst nach den Ferien wieder deutlich zu – zum Glück der Auto- und Lkw-Fahrer ohne die rekordverdächtige Einbahnstraße an dieser Stelle.

Netze BW baute neue Umspannstation im Esslinger Gewerbegebiet

Das Loch in der Röntgenstraße ist zu – der Verkehr kann wieder ungehindert fließen. Foto: Johannes M. Fischer

Insgesamt wurde in dem Industriegebiet seit Mai viel gebaut, was vor den Ferien in den Stoßzeiten zu starkem Verkehr in den Umleitungsstraßen führte – so dicht, dass Anlieger oftmals lange warten mussten, um von ihren Grundstücken zu kommen. Eingerichtet wurde die im Vergleich zur Röntgenstraße sehr viel größere Baustelle in der Fritz-Müller-Straße von der Netze BW. Sechs Wochen lang sollte sie dauern, wurde tatsächliche aber erst in diesen Tagen beendet. Laut Netze BW war es „zu unerwarteten baulichen Zusatzarbeiten“ gekommen, „die sehr zeitaufwendig waren und zu Verzögerungen führten“.

Hintrgrund der Baumaßnahme: Die Netze BW errichtete eine neue kompakte Umspannstation in der Fritz-Müller-Straße. Bevor diese an das Stromnetz angeschlossen werden konnte, musste zunächst die bisherige Turmstation altersbedingt abgerissen und neue Nieder- und Mittelspannungskabel verlegt werden.