Die Generalsanierung der Stadthalle von Neuffen ist nun abgeschlossen. Foto:  

7,5 Millionen Euro hat die Sanierung der Stadthalle Neuffen (Kreis Esslingen) gekostet. Über vier Jahre war sie geschlossen – am kommenden Samstag wird sie wiedereröffnet.

Was lange währt, wird endlich gut: Nach mehr als vier Jahren umbaubedingter Schließzeit steht der Neuffener Bürgerschaft ihre „gute Stube“ am Oberen Graben wieder zur Verfügung. Mit einem Tag der offenen Tür wird am Samstag, 5. Juli, die Einweihung der Stadthalle gefeiert. Sie wurde für 7,5 Millionen Euro „zeitgemäß modernisiert und für die Zukunft aufgestellt“, betont Bürgermeister Matthias Bäcker.

Die Stadthalle von Neuffen stammt ursprünglich aus dem Jahr 1965. Wegen vieler altersbedingter Mängel – Heizung, Lüftung, Elektrik und die Sanitäranlagen entsprachen nicht mehr den heutigen Standards, zudem wurden die Anforderungen an den Brandschutz und die Barrierefreiheit nicht erfüllt – wäre das von örtlichen Vereinen und Initiativen genutzte Veranstaltungshaus beinahe abgerissen worden. Es sollte einem Neubau weichen. Das hatte die Stadtverwaltung 2012 vorgeschlagen.

Wegen zu hoher Kosten musste das Projekt im Kreis Esslingen abgespeckt werden

Nachdem jedoch zwei Bürgerversammlungen ein eindeutiges Votum für den Erhalt der Halle ergaben, wurden die Planungen für eine Sanierung konkretisiert. Eine erste Kostenermittlung belief sich auf mehr als elf Millionen Euro – ein Betrag, den die rund 6000 Einwohner zählende Stadt am Fuß der Schwäbischen Alb nicht hätte stemmen können.

Blick in das großzügige Foyer der Stadthalle mit seiner breiten Fensterfront. Foto: Markus Brändli

Das Sanierungsvorhaben wurde daher in einem aufwendigen und in weiten Teilen auch bürgerschaftlich orientierten Entwicklungsprozess abgespeckt. Darüber ist der Bürgermeister im Nachhinein zufrieden: „Dadurch, dass so viel bauzeitliches Material wie möglich wiederverwendet wurde, konnten wir die Geschichte und den Charme der Stadthalle erhalten.“ So sind beispielsweise die originalen Bodenfliesen noch einmal verwendet worden.

Viele Probleme beim Bau der Stadthalle im Kreis Esslingen haben die Fertigstellung verzögert

Anfang 2021, mitten in der Corona-Zeit, erfolgte der erste Spatenstich. Die Bauherren hatten fortan mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen, was den Terminkalender gehörig durcheinanderwirbelte: Statt der ursprünglich geplanten Bauzeit von zwei Jahren brauchte es bis zur Fertigstellung über vier Jahre. Grund dafür waren unter anderem der pandemiebedingte Mangel an Material und Arbeitskräften, Lieferschwierigkeiten bedingt durch den Ukraine-Krieg sowie die Insolvenz eines Fensterbauers. 

Nun präsentiert sich die Stadthalle in zeitgemäßem Gewand mit einem offenen Foyer und unterschiedlich großen Räumlichkeiten, die vom Saal mit Bühne bis zur Lounge reichen. Die breiten Fensterfronten sorgen im Inneren für Helligkeit und bieten zugleich einen wunderbaren Blick nach außen auf den historischen Stadtkern Neuffens. Um Gäste bewirten zu können, wurde eine Catering-Küche eingebaut. Im Gegensatz zu früher gibt es keinen Restaurantbetrieb mehr.

Laut Bäcker steht das Gebäude der Allgemeinheit für Kultur, Begegnung und Veranstaltungen offen. Unter anderem werden die Stadtkapelle und der Liederkranz dort wieder regelmäßig proben. Zudem können ehemalige und neue Kegelfreunde ihrem Hobby nachgehen – im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde die Kegelbahn erneuert. „Auch auswärtige Nutzer können diese attraktive Location für ihre Events, Seminare, Tagungen und Feiern mieten“, fügt Bäcker hinzu.

Tag der offenen Tür mit buntem Programm

Die runderneuerte Neuffener Stadthalle kann am kommenden Samstag von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Tag der offenen Tür bietet neben der feierlichen Schlüsselübergabe und Grußworten aus Politik und Gesellschaft ein buntes Programm mit Musik, Unterhaltung sowie kulinarischen Angeboten.

Korrektur: Die ursprüngliche Formulierung, dass unter anderem die Insolvenz eines Bauunternehmens mit zur Verzögerung der Fertigstellung beigetragen hat, kann missverstanden werden. Der ausführende Bauunternehmer legt Wert auf eine Klarstellung: Die Wurster Bau Unternehmung GmbH war zu keinem Zeitpunkt insolvent und hat ihre Arbeiten ordnungsgemäß und termingerecht abgeschlossen. Betroffen von der Insolvenz sei vielmehr der Fensterbauer gewesen. Wir haben das in dem Beitrag entsprechend geändert.